Dienstag, 11. August 2015
Forellenspiel
Gegen den Strom und traumgetupft,
so zeigt sich das Forellenspiel.
Ein Leben frischwärts
angestrebt so fließend wird
die Zeit gelebt.
Im Wellenschlag verharrt die Zeit
und bunte Punkte leuchten auf
und Sonnenfunken spiegeln sich
in spielerischem Lebenslauf.
©miro
Sonntag, 2. August 2015
Der Waschbär
Sie
sagen: Der Waschbär wird hier nicht
gerne gesehen.
Er
gehört hier nicht hin und man muß das verstehen.
Er
hat von Natur keine Feinde;
das
macht ihn für uns nicht zum Freunde.
Er
bleibt auch nicht gerne alleine
und
plündert uns Gärten und Heime.
Der
Schaden ist groß
und
man wird ihn kaum los.
Da
kamst Du bei Nacht
und
auch ich hab´ gewacht.
Du
wolltest Dir Futter nur holen.
Du
warst ja so scheu
und
Du schautest so treu;
Du
hast mich gewiss nicht bestohlen.
Du
kamst in der Nacht
und
der Mond hat gelacht.
Er
leuchtete nur für uns beide.
Und
die Zeit, sie war für uns Freude.
Ich
schaute Dir zu und Du schautest zurück
und
so waren wir da und wir teilten viel Glück.
Und
wir waren nicht so alleine.
Nun
kommst Du bei Nacht,
auch
wenn der Mond ´mal nicht lacht.
Du
kommst, um Dir Futter zu holen.
Du
hast mich beschenkt, nicht bestohlen.
Montag, 25. Mai 2015
Zwei braune Kühe
Zwei braune Kühe, die lagen so im Gras.
Zwei braune Kühe; ganz ohne "Muh"; so was.
Zwei braune Kühe, die schauten zu mir hin.
Zwei braune Kühe; das macht für mich schon Sinn.
Zwei braune Kühe und keine gibt ein "Muh".
Zwei braune Kühe und ich sag´ nichts dazu.
©miro
Samstag, 16. Mai 2015
Erdgemälde
Zeitgestreifte Phantasie.
Jahreslagen Schicht, um Schicht.
Bunt geformt im Lebensfluss.
Es braucht nicht Sprache;
nur das Bild,
das Leben in das Leben füllt.
©miro
Donnerstag, 14. Mai 2015
Oh, ja!
Oh, ja; ich werde observiert.
Ein Enterich hält gut die Wacht.
Er gibt auf mein Erscheinen acht.
Fehlt ihm und seiner Entenschar
ein wenig für die Leiblichkeit,
wird dies durch Schnattern kundgetan.
Auch sonst schaut er recht gerne an,
was ich so treibe und, für wahr;
er hat ein waches Augenpaar.
©miro
Sonntag, 3. Mai 2015
Drachenspuk
Aus manchem wunderlich Gewirr
entspringt, noch eh´ man sich´s versieht,
ein Lindwurm, oder Drachentier;
das dann durch die Gedanken irrt.
Es nagt mit häßlichem Gesicht
am Wurzelwerk vom Lebensbaum,
sofern man nicht ein Machtwort spricht.
©miro
Montag, 27. April 2015
Lichtfrisch geborgen
Die Steinzeit grüßte schon dies Tor.
Es spannt den runden Bogen weit
in Leben und in helle Zeit.
Gemeißelt grüßt die Lagerstatt.
So heimelig lädt sie Dich ein.
Ein Herzensleuchten wird es sein.
Und auch ein Schlupfloch birgt der Ort.
Ein Hoffnungsschimmer grüßt von dort.
Es trägt zu jeder Zeit
Dich in den lichten Träumen fort.
©miro
Sonntag, 26. April 2015
Morgenfrische in Violett
Es ist schon hell und doch liegt Schlaf
weiß überhaucht auf mancher Flur.
Die Luft webt eine and´re Zeit
und trägt das Sein auf and´re Spur.
Die Kälte wirft ein helles Tuch
auf alles, was Vergangenheit.
Das Jetzt knistert im neuen Tag
und brennt ein Staunen leise ein.
Ein Zauber blüht in Violett
und möchte jetzt gelebt nur sein.
©miro
Montag, 16. März 2015
Ein wenig abseits nur
Geschäftig aufgerührter Stadtstaub
zwischen dahineilenden Autoreifen.
Frühlingserwachen und breites Gelächter
in gelangweiltem Sonnenschein.
Hektische Osterglocken und bunte Eier.
Nur einen Gedankensprung entfernt
- ein Waldweg und da
- ein unerahntes Blühen.
©miro
Dienstag, 24. Februar 2015
Winterlichtblick
Schneesonne scheint auf diesen Tag.
Sie füllt ihn an mit ihrem Licht.
Geblendet, staunend, spürt ein Sein,
ein Wesen, welches mehr, als Schein.
©miro
Sonntag, 15. Februar 2015
Winterschatz
Noch ganz in Grau erwacht der Tag
in ein Geheimnis eingehüllt.
Die Frische haucht den Atem an
und schenkt ihm Form
im Nebelbild.
Grauglitzernd öffnet sich der Pfad;
fast wie geträumt, ein jeder Schritt.
Die Nachtgedanken fallen ab
und huschen still ins Unterholz;
der Wald nimmt alle Schwere mit.
Und dann zeigt auch der Berggeist sich
und bietet an der Felsenwand mir
seine bunten Schätze an:
"Für Dich mein Freund!
Genau für Dich!"
©miro
Sonntag, 8. Februar 2015
Winternische
Schneeweiß träumt hier ein Schneckenhaus
im Felsenspalt im Wendelschlaf.
Schneeweiß ist alles außerhalb.
Und grüngesternt, voll Zuversicht,
schaut aus der Nische Lebenskraft.
Schneeweiß wird es im Sommer blühn.
©miro
Freitag, 6. Februar 2015
Marsbergnacht
Der Bilsteinturm strahlt nicht allein
in dieser Vollmondnacht.
Die Kälte klirrt und jeder Stern
zeigt seinen hellen Schein.
Ein jedes Licht glänzt eisig auf
und Frische strahlt die Nacht.
Lebendig wach ist diese Zeit
und weckt die Geister auf.
Manch´ Traum regt nun im
Innern sich und leuchtet
kurz und sehr bestimmt
auf neuem Weg, in neue Zeit,
in neuem Lebenslauf.
©miro
Schneemondberge
Ein Rosenhauch liegt auf dem Schnee.
Der Tag hält kurz den Atem an
und gleitet aus dem Sonnentag
in eine Vollmondzeit.
Auf weißen Flächen schimmert es
und immer schwärzer ragt der Wald
und zeichnet die Konturen
aus Nachtkontrast in stille Zeit.
Ein jeder Laut ist fast zu viel
und schreckt die Schneemondberge auf,
weil Schnee so weiß die Nacht begrüßt,
der diese Ruhe will.
©miro
Sonntag, 1. Februar 2015
Wolfsspur im Schnee
Der Schnee deckt manche Fährte auf.
Gedanken, Bilder, Schwarz auf Weiss.
Ein Schattenwolf verfolgt die Spur
und leise knirschen Schnee und Eis.
©miro
Donnerstag, 29. Januar 2015
Metamorphose
In einem Blau keimt auf ein Bild;
wächst wolkenhaft zu einer Form.
Es liegt so unbewußt zunächst
in einen Nebel eingehüllt.
Dann wächst das Bild;
gewinnt Substanz.
Es löst sich aus dem stillen Traum;
wird körperlich; betritt den Raum
und ist auf einmal erdenfest;
damit es sich begreifen läßt.
Ganz sicher wird es nun gespürt,
als ob es niemals sich gerührt.
©miro
Mittwoch, 28. Januar 2015
Aufwärts
Aufwärts über das Stahlgrau.
Unter den blattlosen Baumwächtern
hindurch.
Dem Silberband folgen, über der Dunkelflut.
Aufwärts, immer aufwärts;
entgegen dem Gedankenstrom.
Nur noch Geschwindigkeit sein;
gleitend über den Wellen.
Aufwärts.
©miro
Samstag, 24. Januar 2015
Unter der Haube
Hurra! Die Fotos sind geglückt.
Da ist die Haubenmeise nun.
Sie war nicht immer sehr entzückt,
über den Knipser und sein Tun.
Auf einem Bild zeigt sie es sehr;
auf einem zweiten weniger.
Der Fotograf ist hocherfreut,
sein dreistes Tun ihn garnicht reut.
©miro
Mittwoch, 21. Januar 2015
Der Karpfen
Ein Sonnenschatten auf dem Grund
und Sandkornsterne wedeln leicht,
im Fossenschlag in lichtem Sand.
Ein Strohalm dümpelt obenauf;
so unbeachtet, wie es recht.
Voll Macht und Ruhe zieht die Bahn,
der Karpfen, der so sicher weiß,
daß ihm die Flut gibt das Geleit,
auf seinem Weg durch Raum und Zeit.
©miro
Freitag, 16. Januar 2015
Geschnitzt
Was sehen und erblicken wir?
So selten ist es wohl ein Traum.
So festgefahren wird gekaut,
was da ist im Gewohnheitsraum.
So selten geht auf große Fahrt,
die Fantasie in Eigenart.
©miro
Donnerstag, 15. Januar 2015
Rabenschild
Er ist gekrönt und er ist wild,
der Rabe auf dem Rabenschild.
Er ziert ein stolzes Drachenboot,
das man zum Spiel den Kindern bot.
Wer möchte da ein Kind nicht sein?
Das kleine Rabenauge blinkt
und kann es sein, daß es wohl winkt
und einlädt, was im Schild zu führen?
Ich denke schon; man kann es spüren.
©miro
Montag, 12. Januar 2015
Die Uhr, die lächelt
Es gibt sie sicher tausendfach;
die kleine Uhr.
Doch diese hier verzaubert ist;
sie tickt und lächelt nur für mich
und schenkt mir im Sekundentakt
ein Lächeln auf der Lebensspur.
Ich hab´ die Dame kaum gekannt,
der diese Uhr einstmals gehört.
Ein Lächeln war´s, das uns verband,
das ich so schön und tröstlich fand.
Dies Lächeln lebt nun in der Uhr.
Sie schenkt es mir zu jeder Zeit,
wenn ich im Herzen bin bereit.
©miro
Sonntag, 4. Januar 2015
Grau getönt
Ein Grau in schwerem Flügelschlag
wirft Schatten auf den müden Tag.
Ein Kummer, der nach Ferne klingt,
schwingt sich hinauf in fremde Welt.
Fast, wie ein wehmutsvoller Ruf,
der um die Freiheit ringt.
Er fliegt und hallt im Innern nach;
wird dann metallisch, körperlich
und zieht, wie Blei, in tiefen Grund.
Ich seh´ die wilden Vögel zieh´n,
die ebenfalls dem Grau entflieh´n.
Ich suche ihren Flügelschlag
und atme mich durch solchen Tag.
Hör´ ihren Ruf und folge ihm,
wenn alles sonst versagt.
©miro
Freitag, 2. Januar 2015
Farnverborgen
Manch´ Schlupfloch für die Phantasie
verbirgt sich oft am Wegesrand.
Es öffnet sich der and´re Blick;
taucht ein in eine Märchenwelt;
träumt farnverborgen sich hinfort
in eine Zeit, an einen Ort,
wo kleine Wesen wispernd weilen;
geheimnisvoll durch Gänge eilen
und ihre Schätze dann nur teilen,
wenn man gewußt das Zauberwort.
Vergisst "das Beste" Du jedoch,
schließt sich das Tor und Du bleibst dort.
So schwer drückt dann die Zeit Dich nieder;
entläßt nach "Jahren" man Dich wieder,
zeigt sich, wie alt Du nunmehr bist,
weil Du das Zauberwort vergißt.
©miro
Donnerstag, 1. Januar 2015
Sonnenroter Turm
Noch immer leuchtet rot der Turm,
vom Sonnenlicht nun aufgeweckt.
Er brachte leuchtend den Advent
und lädt ins neue Jahr nun ein.
Voll Wärme winkt er seinen Gruß
Ich schenk´ ein Lächeln ihm zurück;
ein Lächeln voller Sonnenschein.
( Bilsteinturm in Marsberg; der zur Adventszeit, rot drapiert, als Kerze leuchtete.)
©miro
Neujahrsfrische
Als nähme jemand meine Hand,
so zog´s am Morgen mich hinaus.
Die Frische zog die Stirne glatt,
die vorher etwas kraus.
Von selber führte mich der Weg
und machmal blieb ich staunend steh´n,
im Morgenreif erstrahlte neu,
was vorher anders ich geseh´n.
Ein Glitzern füllte meinen Blick
und dankbar klang so tief in mir,
was kein Gedanke wird versteh´n.
©miro
Samstag, 27. Dezember 2014
Schneestreif
Fast absichtslos entlanggewischt;
ein Diagramm der Winterzeit
in Gehweggrau und Mauerrand
und Heckenschnitt und Neuschneeweiß.
Fast klinisch diagnostiziert es uns,
was so oft fehlt an Herzlichkeit.
Fast absichtslos entlangewischt;
ein Schneestreif, so; bei Tageslicht.
©miro
Donnerstag, 25. Dezember 2014
Weihnachtsblau
Wir sind ja hier globalisiert,
was man nicht nur am Wetter spürt.
Auch Flora ist längst eingebunden,
und hat sich damit abgefunden.
Und macht an Weihnachten genau,
mit Enzian, ein wenig blau.
Heute, am ersten Weihnachtsfeiertag, in einem Vorgarten entdeckt.
©miro
Montag, 22. Dezember 2014
Weihnachtslämmer
Verschoben fühlt die Zeit sich an;
so müd´ wie ein verrückter Traum
aus Narretei und Phantasie.
Vielleicht geändert wird der Brauch
und statt der "Christbaumkugelzier"
begrüßt uns bald das "Weihnachtslamm";
auch schön geschmückt; man sieht es hier.
©miro
Samstag, 20. Dezember 2014
Blickdicht
Man lebt, doch lebt man so dahin.
Es läuft auch ohne Ungemach
und doch; es fehlt an Sinn.
Was hat nach Sinn man schon gesucht
und wiederkäuerhaft gelebt,
die Heilsversprechen überall.
" Was war nur falsch? Verflucht!"
Hat es an Herzblut wohl gefehlt;
war eine Übung etwa falsch?
Blickdicht war oft die Zeit für das,
was überall gepriesen wird;
wer hat gelogen; wer geirrt?
Wo ist denn der erfüllte Traum?
Hat da ein Zauberwort gefehlt?
Man hat Erleuchtung schließlich satt;
sie findet hier wohl nicht mehr statt.
Blickdicht wird besser wohl gelebt,
wenn man nach nichts und niemand strebt.
Und doch; man grübelt wieder nach.
©miro
Montag, 15. Dezember 2014
Der greise Türwächter
Noch immer hält er grimmig Wacht
und Rot gibt ihm den rechten Halt;
doch leise spinnen weiße Fäden
sich um die wachsame Gestalt.
Betagt sieht er Bedrohung nur
in Formen, wie er sie gelernt;
doch oft so heimlich wandelt sich,
was uns ein Schaden, wenn wir alt.
Auch Wachsamkeit braucht neuen Blick;
will man vermeiden Mißgeschick.
©miro
Donnerstag, 11. Dezember 2014
Wenn es grau wird
Wenn es grau wird, braucht man atemlose Träume;
voller Farbe, voller Staunen , voller Freude
und voll still gelebter Macht.
Stark genug, daß sie erklimmen Himmelsräume,
oder den Ozean bezwingen in der Dunkelnacht
Man muß das Abenteuer auf der Zunge spüren
und voll Kinderphantasie erglühen, wenn man durcheilt
die selbstgeschaff´nen Räume,
voll Leidenschaft und voller Pracht.
©miro
Samstag, 6. Dezember 2014
Nun, ja. Laufenten; was sonst.
Nur selten stehen sie am Fleck.
Sie picken hier, sie schnäbeln da
und machen überzeugend rapp.
Kein Zweifel; sie sind recht auf Trab.
Es wird nur wenig diskutiert
und oft im Gänsemarsch marschiert.
Nur manchmal wird auch mal pausiert;
so läuft das Leben, wie geschmiert.
©miro
Montag, 1. Dezember 2014
Im Schlummer
( Skulptur von Bernhard Mathäss "Fruchtbare Erde", in Marsberg)
Im Schlummer ruht in dieser Zeit
so manches, was uns Freude bringt.
Es hüllt sich in der Dunkelheit
in warmes, sanftes Werden ein;
das leise in uns singt.
©miro
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