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Sonntag, 29. April 2012

Lichtstreifen







Seltsames Jetzt.
Ein Lichtfächer
in Wolkenbändern.
Lebenslandschaften
unwirklich angehaucht.


©miro 

Montag, 2. April 2012

Impressionistisch


Fast eins geworden ist der Teich mit einem Reiher, der verharrt.
Die Uferzweige Pinselstrich; die kleine Kirche Wellenschlag.
Verwaschen bunt gibt sich die Zeit mit Sonne und mit Regentag.
Pastellgetupft die Träume sind und kleine Blüten hier und da.
Die Bilder schwimmen auf dem Grau und warten auf den Flügelschlag.

©miro

Freitag, 23. März 2012

Volle Möhre


Volle Möhre sagt die Zeit
und eilt ganz schnell
auf Ostern zu.
Zwei Hasen nehmen
wörtlich das
und geben Gas
im Möhrenspaß.

©miro

Sandkastenkuh




Wer sagt, daß nur ein Kind verspielt?
Die Sonne bringt es an den Tag,
daß manche Kuh gar ähnlich fühlt
und ihr ein Sandkasten behagt.

©miro

Donnerstag, 22. März 2012

Ziegenkinder



Dicht gedrängte kleine Schar.
So fröhlich, wild, voll Lebensglück.
Und jedes liebevolle Sein
kommt lustig, fröhlich stets zurück.
Die Augen blinken voller Durst;
in Daseinsfreude hüpft das Herz
und ganz berührt klingts auch in mir
und trägt ein Lachen himmelwärts.


©miro

Mittwoch, 21. März 2012

Aus der Tiefe



Urgrund, wortlos, ehrfurchtgebietend.
Weit vor der Zeit des Ichbewußtseins.
Aus dieser Tiefe, die hervorsprudelt.
Plötzlich, selbstverständlich, ungefragt.
Das Grün des wilden Mannes ist auf der Jagd
und ich bin die Beute.
Es gibt kein Verstecken.
Alles Gelernte wird niedergerissen, fortgespült.
Übermächtg und groß.
Ein Zittern durchfährt mich.
Bekannte neue Welt wiedergefunden.
Wiedergeburt aus der Tiefe.
Ernstes Schweigen und zögernde Schritte.
Ein neuer Weg.

©miro

Montag, 5. März 2012

Glotzäugig


Glotzäugig schaut der Brunnenspuk
und wurstig ragen Säulen auf.
Das Stadtgewirr sucht seinen Tag
und eilt und hastet durch Gestank.
Zeitweilig blüht ein Sonnentag.
Die Wasserspeier starren stumm.
Wann dreht die Zeit mit gutem Mut
in frischen, frohen Frühling um?

©miro

Sonntag, 4. März 2012

Violetter Tanz


Leichtfüßig dem Grau entkommen.
Sonnenfreude zartviolett.
Als ob der Boden kaum berührt wird,
so leicht.
Ein Atemhauch aus Naturballett.

©miro

Freitag, 2. März 2012

Verwaschene Zeit


Schneeglöckchen
durch das Laub geschoben.
Perlende Nässe.
Ein grauer Himmel.
Unwirkliche Zeit.
Verwaschenes Weiß.

©miro

Löwengips



Ein Löwe streunte durch die Stadt.
Er zierte nicht das Ishtartor.
Gipsformerei stand an der Wand.
Nur Gips; das kommt wohl
häufig vor.

©miro

Dienstag, 28. Februar 2012

Bis ins Mark


Bis ins Mark dringen geflügelte Hiebe.
Leeren den Kern der Frucht;
kunstfertig eingeklemmt in erstarrte Rinde.
Tief muß das Leben gehen und ins Dunkel fallen,
um neu zu erwachen; entgegen jeder Erwartung.

©miro

In der Brandung


Wie Treibholz tanzen die Vögel
auf dunklen Wolkenkämmen.
Die Sonne gischtet durch Windboen.
Himmelsozean.
Irgendwo fliegt das Ich im
Möwenschrei.

©miro

Dienstag, 21. Februar 2012

Der grüne Vorhang


Ein Tag dem Winter kurz entflohn;
in einer Nische in der Stadt.
Ein grüner Vorhang tut sich auf;
und atmet eine alte Kraft.
Er hüllt mich wie ein Mantel ein;
mit seiner Blätter Widerschein.

©miro

Freitag, 17. Februar 2012

Die Engeltreppe


Erleuchtungsstufen auf dem Weg.
Nachdenklich, schmunzelnd;
Schritt für Schritt.
Erklärung einer kleinen Welt,
die mit mir geht
und innehält.

©miro

Mittwoch, 15. Februar 2012

Winterfreiheit


Die Schwere unter sich im Schlaf.
Grauweiß die Fläche.
Freudenspuren ziehen ihre Kreise;
fast wie ein Jubel.
Ist es wirklich so kalt?

©miro

Sonntag, 5. Februar 2012

Daunenwinter


Im kleinsten Zweig hockt grauer Dunst.
Schnee kriecht durchs Astgewirr.
In Nebelspitzen, nebelgrau,
die Nebelkrähe thront
und plustert jede Daune auf,
hüllt fest sich in ihr Federkleid
und läßt dem Winter
seine Zeit.

©miro

Mittwoch, 1. Februar 2012

Über dem Moor



Eisnebel, fast verwischt der Tag.
Von Ferne winkt mit starkem Ast
des Moores Wächter übers Schilf.
Ein weißer Hauch aus alter Zeit
raunt leise einen Zauberspruch.
Verblichen leuchtet silbergrau
die Kraft und Stärke dieser Welt;
versunken nur in tiefem Schlaf.
Eisnebel winkt mit starker Hand
so kundig auf den festen Pfad.

©miro

Mittwoch, 25. Januar 2012

Brettertraum


Wie zum Überwintern.
Schmetterlinge ins Holz
eingenistet.
Eigener Reiz auf dem
Bretterzaun.
Struppiges Schmunzeln
noch vor dem Frühjahr.

©miro

Dienstag, 24. Januar 2012

Mühlenpfade



Das Abendlicht fließt in die Nacht.
Der Tag so sehr ein Räderwerk.
Nun ist es still.
Ein Leuchten wärmt
das harte Werk.

Auf einem Weg sah ich
ein Bild.
Ein Tempel für das stille Gold,
das nun, gemahlen, Nahrung
schenkt.

So dient uns mancher Mahlvorgang,
der uns zerreibt zu neuem Sein,
damit wir Liebesnahrung sind,
die unsre Welt mit Glück
erfüllt.

©miro

Donnerstag, 19. Januar 2012

Schwanenflug

Als wir uns trafen, flogen die Schwäne;
flogen die Schwäne hoch über uns hin.

In ihren Schwingen glänzte die Sonne;
lachend und strahlend,
voll Freude im Sinn.

Als wir uns trafen, flogen die Schwäne;
flogen die Schwäne hoch über uns hin.
In ihrem Weiß, wie Perlen ein Schimmern,
ein Schimmern so weich,
als ob Monde darin.

Als wir uns trafen, riefen die Schwäne;
riefen die Schwäne zu Freiheit und Glück.
In ihrem Flug ein kraftvolles Rauschen,
ein Rauschen, wie Herzschlag,
zur Freude zurück.

Als wir uns trafen, riefen die Schwäne;
riefen die Schwäne zu Freiheit und Glück.
Ein Regenbogen brach sich in Tränen,
brachte zurück das fehlende Stück.




©miro