Freitag, 19. August 2011

abgeschirmt




Kinderbunte Farben
rasten in Wiesengrün.
Leuchtende Ruhe
an einem Sommertag.
Leben, so sicher,
so behütet.
Abgeschirmt.

©miro

Donnerstag, 18. August 2011

Friedensfeuer



Ein Gitter zäunt den Ort,
wo Mensch die letzte Bleibe fand.
Die Knospen aus Metall sie ragen
schwarz empor.
Schlaftrunken weht die Zeit.
Und urnenhaft wie Ornament,
die Zeichnung auf den Flügeln brennt.
Abstrakt gibt sich die Hand
und sucht ein neues Land.
Wie Friedensfeuer leuchtet es.
So laut und doch so still.

©miro

Mittwoch, 17. August 2011

schwirrend



Weiße Blüten sind aufgebrochen.
Filigran in kraftvollem Grün.
Federleicht wachsen sie.
Durchbrechen Binsenweisheiten.
Ganz weiß, ganz Schmetterling,
fliegen sie auf nach Phantasien.

©miro

Dienstag, 16. August 2011

Weiße Blätter



Violette Melancholie
auf sommertrüber Wiese.
Doch ein Hauch aus irgendwo,
zart, so zart, weht herbei.
Ein Duft, warm und würzig,
tropft goldenen Honig
in die Sinne.
Träume auf weißen Blättern
flattern auf duftende Dolden.
ein verhaltener Gruß;
lavendelfarben.
Und Schmetterlinge
wecken den Schläfer
auf.

©miro

Sonntag, 14. August 2011

Feuerbeeren



Zerplatzendes Dunkel am Laternenrand.
Kugeliger Schwarm aus Explosionen.
So einsam aus der Ferne des Traums.
Embryonenhafter Bienenschwarm.
Zeitlupenhaft verglühend.
Feuerbeeren auf einsamer Straße.
Bittersüß.

©miro

Samstag, 13. August 2011

Baumschlangensumpf


Dicke Leiber übers Wasser gekrochen.
Schwer liegend über sumpfigem Pfuhl.
Stickiger Atem aus Lindwurmgedanken.
Ein Drachenauge lugt aus dem Moor.
Schuppiges Grün in Gänsehaut.
Balladenhafte Sagenfetzen saugen
giftdunstige Träume.
Fröstelnder Sommerdschungel.
Kaltschweißiger Baumschlangensumpf.
Hakenzähne gelb bleckend.
Verwunschenheit macht sich breit
und wartet auf den Regenbogen.

©miro

theaterzelt


Menschenpingpong unter großem Dach.
Herrreinspazierrrt!
Große Flügel lehren staunen.
Augenbesäumt.
Paviane und Nichtpaviane aus aller Welt.
Kunstlibellenflügel filtern den Dunstkreis
der Haupstadt.
Und abends mit Beleuchtung.
Biosphäre aus Touristentaumel und Eitelkeit.
Zurückgelehnt schaut ein Lächeln.
Großes Theater.
Stadt... Genüsslich schwingt eine Zirkusmelodie mit...
im Theaterzelt.

©miro

Dienstag, 9. August 2011

Schweigende Antwort



Kathedralenhaftes Geheimnis.
Magie der Tiefe.
Aufgeschlagenes Buch aus Kristall.
Augen im Tiefenrausch.
Tränenvergessen.
Träume der Seele
im Brunnen der Zeit
blättern die Seiten
um.
Lesend und lesend.
Sich selbst Antwort geworden.
Schweigend.

©miro


Montag, 8. August 2011

Taumel





Regen zerplatzt im Hagel
auf ungezählten Dächern.
Rettungswagen peitschen
hastig wie Sirenenkugeln
dahin.
Sonnenhülsen und
Himmelsblau
im Dunkeldonner,
blitzverzerrt.
Zeitlupenhaft sinkt
der Tag in sich zusammen
und die Nacht breitet
ihr Laken aus.
Taumelnde Träume
lassen die Arme
hängen.
Es gibt nichts
zu sehen.
- Nacht.

©miro

Sonntag, 7. August 2011

Ein buntes Fenster


Ein Fenster im Aufwärts.
Frühlingsgrün leuchtet.
Die Sommerschwere
tropft von den Wänden.
Ein Seelenvogel
wünscht sich Freiheit.
Ein plätscherndes Lachen
soll ihn locken.
Hinaus durch den Spalt
zu Dir.

©miro

Samstag, 6. August 2011

Kondenswetter



Eingedampft ist dieser Sommer.
Aus allem steigt die Feuchtigkeit.
Selbst die Sonne scheint mir dicker
und verbreitet Müdigkeit.
Dumpf und zäh sind die Gedanken.
man rührt sich in das Leben ein.
Fast nichts hilft richtig
aufzutanken;
selbst manches hilfreiche Getränk,
durchbricht nicht diese
Wetterschranken.
Nicht nur die Luft erfüllt
ein Grollen;
auch in den Schläfen pocht
es oft.
So eingedickt ist jetzt
das Leben
und schleppt sich
übernächtigt fort.

©miro

Donnerstag, 4. August 2011

Parkbalance




Im Städtedschungel,
menschendicht,
wiegst Du Dich im Revier.

So überdeutlich groß
und grau,
mitunter schemenhaft
erstarrt;
gefriert Dein Sein
zu einem Schein,
bis jedes Grün verebbt.






Du liebst die Freiheit
in der Stadt.
Dein Auge leuchtet
stillvergnügt.
Du bist willkommen
und wirst satt.
Der Park wiegt
Dich in Sicherheit;
schenkt Dir Balance
ohne Leid.

©miro

Dienstag, 2. August 2011

Zu Babel in Berlin (zwei Türme)


Sprachlose Wassermassen.
Und wieder zwölf Uhr.
Die Natur geht online.
Sand im Netz.
Gurgelnde Flut.
Babel und Ozean.
In Verwirrung.
Abgewrackte Monumente.
Türme.
Interaktiv.
Gründelnd.

©miro

Montag, 1. August 2011

Waschbär



Eigentlich so sollt´ man meinen,
sei Berlin nun endlich rein.
Doch dies Bild aus Regentagen
sagt dazu entschieden:
Nein!

Glücklich, wem ein Fell beschieden.
dick wie eine Bärenhaut.
Immer prasselt es hernieder
durch und durch
und sehr "vernichtend"...

Lassen wir dem Bär die Wäsche!
Riegeln uns am besten ein;
Augen zu und sich verkriechen;
leider heißt es oft nur:
Nein!






©miro

Samstag, 30. Juli 2011

Katzenwetter


Ein weiter sehnsuchtsvoller Blick
verkriecht sich in Gedankenkissen.
Der Sonnentraum, so regennass
muß trocknen sich in weichen Tüchern.
Ein Schnurren dringt tief ins Gemüt.
Katzenwetter!
Gott behüt!

©miro

Freitag, 29. Juli 2011

In die Träume





Regenstaubiger Alltag.
Dumpf dröhnen die Motoren.
Gedanken breiten Flügel aus.
Folgen der Bahn.
Rosa prickelt in Silberweiß.
Bahn freigegeben!
Auf in die Träume!

©miro

Donnerstag, 28. Juli 2011

Zwei Türme


Geisterstunde im Fluss der Zeit.
Hochragendes Stundenglas aus Sand.
Beleuchtete Blätter der Vergangenheit.
Papierschiffe der Gedanken, eulenhaft.

"Am Anfang war das Wort".
Zerriebene verlegte Bücher.
Zwei Türme in nagender Phantasie.
Märchenhafte Träume unter Wolken.

Bernsteinflut der Gedanken.
Ziegelrot und quarzgeformt.
Geisterstunde.
Zeithaft - Zeitlos.

"In Tempelhof weist ein Sand-Leuchturm den Weg

Dem Tempelhofer Hafen geht ein Licht auf: An der Spitze der Westmole weist von diesem Mittwoch (19.07.) an ein sechs Meter hoher Leuchtturm aus Sand den Besuchern den Weg.

Eine ganze Woche lang haben "Carver", wie die Sand-Bildhauer genannt werden, an dem Kunstwerk gearbeitet, über 50 Tonnen Sand wurden verbaut.


Herausgekommen ist dabei ein«echter» Leuchtturm: Die Skulptur ist mit einer Lichtinstallation ausgestattet, die im 7-Sekunden-Takt Signale sendet. Besucher des Tempelhofer Hafens können den Leuchtturm noch bis September bewundern.


Die Idee für das Kunstwerk stammt von dem Düsseldorfer Benno Lindel, der mit seinem Team seit 14 Jahren Sandskulpturen in ganz Europa baut.
Quelle: dpa" - Ergänzung zu Foto und Gedicht: Im Hintergrund steht das ehemalige Gebäude des Ullsteinverlages.

©miro

Dienstag, 26. Juli 2011

Manchmal - Schatten


Mürrisch, verschroben sitzt ein Trotz
auf einem roten Sandsteinthron
und denkt mit patzigem Gesicht:
"Ich kann mich heute freuen nicht!"
Es schleicht ein wohliges Gefühl
in ihm herum: "Es ist zu schwül!"

Die Sonne lacht so grell und heiß;
er sucht den Schatten,
denn er weiß:
"Der Augenwinkel Müdigkeit
wird mir verzerren jederzeit,
ein schattenfreies, leichtes Glück!"

In Schatten lehnt er sich zurück:
"Wie gut, daß ich nichts unternommen!
Es wäre mir nicht gut bekommen!
So knorrig schmerzt mir das Gelenk,
das sicherlich ein Gottgeschenk!"
Die dunkle Brise tut ihm wohl...

Verschränkt wie ein Paket
er lauert;
auf jedes kleine Ungemach.
Und mit den schräg
gespitzten Ohren
lauscht er den Vögeln -
unverfroren.....

©miro

Sonntag, 24. Juli 2011

Auf den Punkt



Verwirrt bist Du dem Wind entfloh´n.
Dabei hast Du doch viel gedacht,
die Dinge auf den Punkt gebracht;
viel mehr, als nur in Siebenzahl.
Das schwarze Zählen tut nicht gut
;
es löscht das liebevolle Rot;
ein Windstoß nur und Deine Welt
gerät in allerhöchste Not.





Du schaust nicht über Tellers Rand;
verkriechst Dich unter Deinem Schild.
Die Beine fast verheddern sich,
beirrt, wie Du nun bist.
Du trägst versteckt ein Flügelpaar,
das Dich an schönste Orte trägt,
doch ohne Sonne um Dich her,
wird es von Dir verschmäht.

Erhebe Dich, Du kleines Ding
und schwirre zu der Wiese Rain;
tanke Dich voll mit Blütenduft
und lasse Deine Sorgen sein!

©miro

Samstag, 23. Juli 2011

Andermond



Andermond, so hell am Morgen.
Andermond, mit Deinem Stern.
Andermond, nach grauen Tagen.
Andermond, was willst Du sagen?

Träume irrten durch das Dunkel.
Träume, ohne jedes Licht.
Träume, grau und augenmüde.
Träume, die mich besser fliehen.

Ob die Ängste nun wohl weichen?
Ob die Zeit nun wieder lacht?
Ob die Augen wieder strahlen?
Ob ein neuer Traum erwacht?

Andermond, so hell am Morgen.
Andermond, mit Deinem Stern.
Andermond, nach grauen Tagen.
Andermond, was willst Du sagen?


©miro

Freitag, 22. Juli 2011

Von oben



Von oben fällt so viel an Nass
und unter meinem Wegefuß
Platanenrinde knirscht.
Es geht zur Arbeit und der Wind
fegt tropfennass den Schirm fast fort
und grinst mir blätterpeitschend frech
dazu noch ins Gesicht.

Die Wolken sind rund um mich her,
bedecken mich mit Tantenkuss,
fast so, als ob ein Kind ich wär´.
Ich ziehe meine Stirne kraus;
von überall kommt Wasserschwall
und Reifen rudern auf Asphalt.

Ich bin fast blind von dem Gewäsch
und stürme schnell die Treppen hoch.
Ein Pudelschütteln gibt mir Luft.
Kaum hab´ ich abgelegt den Guß
und schau´ mich um an meinem Platz;
da lacht mich an ein rosa Schatz!

Der Kaffee dampft; der Morgen lacht.
Ein Blumenstrauß ist mir ein Gruß.
Von liebevoller Hand gebracht;
steht er so wunderschön,
auf diesem Tische nun.

Ich muß ein Foto machen jetzt!
Doch einfach so geht das wohl kaum.
Da habe ich ihn hingestellt;
so vor mich hin.
- "Von oben" habe ich gedacht...

©miro

Mittwoch, 20. Juli 2011

Löwenmaulfeuer



Rotfeuer lodert aus Grün
und zerbeißt den Schleier.

Blühprächtige Blütenkerzen
sonnenbetört,
küssen die Augen satt.

Löwenhafte Bühne im Beet.
Feuertropfentanz!
Löwenmaulfeuer!






©miro

Dienstag, 19. Juli 2011

Der hölzerne Blick



Zeitzerrissen ins Leben geschnitzt.
Blicklose Astaugen und doch so suchend.
Aufgestützt das Haupt einer Frage.
Vobeigebrannt das Leben.
Verwaschen die Zeit und vertrocknet.
Eine hölzerne Wärme, die auch den Winter kennt,
erzählt dem Himmel eine Geschichte
- an Dir vorbei...

©miro

Sonntag, 17. Juli 2011

Lichtgestalt



Kaskaden aus Wasserspiel.
Gleißende Sonnenfunken.

Symbolischer Lebensbaum.
Zweifach gespiegelt.

Innen und Außen.
Wasser und Licht.

Hermetischer Halt.
Erdhafter Mensch.


©miro

Samstag, 16. Juli 2011

Roter Sonnenhut



Gut, daß die Sonne wieder scheint.
Die Lebensbahnen leuchten auf.

Die Augen saugen Farbe
schon fast insektenhaft.

Ein Rot aus Heilkraft
legt sich sanft
ins irgendwo.

Gedankenflug summt Wärme
und tankt den müden Körper auf.

©miro

Krähenmarsch



Der Jugendspelz klebt hier und da,
doch vorwärts strebt Dein Sinn.
Dein Auge blinkt; Du hebst den Fuß
und Freude gibt den Takt Dir vor.
Ein Marsch aus Neugier und
aus Glück
beschwingt die Welt um Dich herum.
Ein Schnabelhieb
in blaue Luft
wirft uns ein Lächeln zu.

©miro

Freitag, 15. Juli 2011

Krähenurlaub




Ungelegen kommt der Sommer,
verwaist so mancher Mußeort;
doch manche finden nun Vergnügen
und lagern voller Eleganz
nun da, wo sonst die Menschen liegen.

Erholsam ist die Sommerruhe
für eine kecke Vogelschar,
die elegant den Platz erobert
und zeigt sich nobel in der Frische -
ein Krähensommer, wunderbar!

Wie schön, daß keine Menschen
stören; man unterhält sich sehr
gescheit und lobt das Leben,
welches gnädig, der Krähenschar
gönnt Urlaubszeit.

©miro

Dienstag, 12. Juli 2011

Rosenflecken


Fast wie ein Strauss,
dem Sommer gleich,
der regenfleckig uns
beglückt, prangst Du
mit einer vollen Last.

Du duftest, wenn der
Regenguß der Sonne
weicht und lockst
wohl manchem Blick,
ein Lächeln vor,
wenn er verweilt.

Verunglückt wirkst
Du irgendwie, mit
Deinen Sprenkeln
bunt gestreut;
fast so, als ob ein Kind,
mit einer Krankheit
träumend ruht.

Ein kleiner Schalk
er plustert sich
und schwingt sich
hoch empor;
singt schelmenhaft
dem Wettergott,
fast wie ein Spatz,
ein Lied ins Ohr.

©miro

Sonntag, 3. Juli 2011

Einblick



Ein Hauch von Kalt
mehr wiegst Du nicht.
Doch Deine Augen scheinen groß,
fast viel zu groß für diese Welt.
Nur den Moment regst Du Dich nicht
in dieser Riesenhand.

Dein Grün ist fern und Deine Schar,
die braun wie Du, mit großem Blick,
ein Wimmeln zaubert überall.
Was mag es sein, das euch so drängt;
mit Eile euch erfüllt, die doch so ziellos
scheint.

Ich sehe eine and´re Hand.
Doch kleiner ist der Blick darin.
Viel kleiner ist das Grün.
Ein heißer Hauch, mehr wiegt
er nicht; läßt Welten
weiterzieh´n.


©miro

Freitag, 1. Juli 2011

Flügelschlag zwischen Welten



Ein Staunen streift die Wasserwelt
und tastet sich von Blick zu Blick.
So riesenhaft und klein zugleich.
Gewohntes sträubt sich und
ein Bild wird aufgenommen
als Vergleich.
Die Wahrheit zieht mit Flügelschlag
im Wasser hin mit großer Kraft.
Und oberhalb so sicher
ein Vogel, dem das Bild vertraut.
Verständig zieht auch er die Bahn
und denkt nicht an den Flug...


©miro

Dienstag, 28. Juni 2011

Wüstentraube



In Stein erstarrt
ganz Mund geworden
lechzt die Wüste Mensch
nach dem Wein der Lust.

Taube Trauben scharen
sich um das Glück
und verdursten
im Wasser des Lebens.

©miro

Freitag, 24. Juni 2011

Zentaurisch


Zentaurisch springt der Wettergott
wohl um mit seiner Macht.
Er schlägt mit Sonne und mit Nass
ganz wahllos lüstern zu.

Er lockt mit Sonne in den Tag,
dann sticht er eine Wolke an;
man fragt: "Was soll denn das?"
- Und zeigt sich recht "verschnupft"...

Ein Pferdefuß recht häufig trifft
und zeugt gar manches Zipperlein.
"Oh Wettergott; laß´ das doch sein!"


©miro

Sonntag, 19. Juni 2011

Froschmoment


Hoch ragt das Schilf
in dieser kleinen Welt.
Ein ungekröntes Grün
zeigt Augenblick.
Es will nur sein,
nicht Prinz,
noch sonst ein Bild,
das menschgemacht.
Ein grünes Lebensspiel,
nur dem Moment
verschrieben, ganz.
Ein Glanz,
der leuchtet ohne Gold.
Ein Wassertraum
erfüllt ein Leben froh;
so achtsam
und doch unbedacht.

©miro

Samstag, 18. Juni 2011

Versteinerter Prinz


Versteinert noch bevor Dein Traum
den Prinz gebar den Du gewünscht.
Die Wiesenglocken ohne Laut.

Und in der Kehle fest der Wunsch,
den nicht einmal der Stein aussprach.
Kein Gold, kein Weg, kein Brunnenrand.

Ein ungedachtes Märchen träumt
von einem Leben ohne Stein.
Nicht eingefügt in eine Tür,
die niemals Du durchschreiten
wirst.

Die gold´ne Kugel fällt umsonst
in einen tiefen Brunnenschacht.
Versteinert bist Du, unerwacht.

©miro

Donnerstag, 16. Juni 2011

Gemausert



Knopfaugen schauen aufgewacht
in einen Tag der anders träumt.
Beendet ist ein Stück der Nacht
und Bilder werden aufgeräumt.

Possierlich schaut die graue Maus
in helles Licht und greift nach mehr.
Gedanken flirren innerlich. -
So lange, ach so lange her...

Gemausert hat sich manches Bild.
Es ist noch scheu getraut sich kaum.
Und greifbar wird ein Stückchen Welt
und lebt und lebt und lebt...


©miro

Mittwoch, 8. Juni 2011

Sommerlachen koboldhaft

So koboldhaft und schelmisch frech
hat kaum ein Sommer mich begrüßt
.
Kein Bild blieb wohl am alten Ort.
Für alles steht ein neues Wort
voll Sommertrunkenheit.

Was in Erinnerung gebannt,
lacht keck und frisch auf eine Art,
die so
ich nicht gekannt.
Ein Sommerkind zwickt lachend
mich und lockt in einer vollen Pracht.

Ein Staunen blüht so prangend rot
und taucht mich ein in einen Traum,
den ich so anders hab´ geträumt
aus einem hingeworf´ nen Blick,
der nun, wie sonderbar,
in Fülle neu erblüht.

Ein Sommer scheucht den alten Herbst;
wirft Blütenblätter auf den Weg
und taumelnd wie ein Schmetterling
trink´ ich an einem Kelch mich satt,
der mir so fern erschien.






©miro

Montag, 6. Juni 2011

Flieger

Silberschatten huschen vorbei.
Blau geprägter Himmel hinter Glas.
Stadtstaub im Blut.
Fliegender Traum.
Tragflächen aus Engeldunst.
Quecksilbrige Benommenheit.
Sonnensatt.
Flieger.





Mensch in Fahrt.
Brückenleben.
Berlin.
Luftbrücke.
Rosinen im Hirn.
Metallgeschmack.
Staubtränen
und verwischtes Lachen.
Flieger in Fahrt irgendwo.


(Aufnahme aus einer fahrenden U-Bahn in Berlin auf das Fliegerexponat des Technikmuseums in Berlin)


©miro

Freitag, 3. Juni 2011

Aus einer fernen Gegenwart


Aus einer fernen Gegenwart
fallen Bilder in die Sonne.
Sie blenden die Freude
mit der Traurigkeit
des unmöglichen Traums.

Unter ungehofftem Grün
ziehen rote Schmerzfäden
dahin.
Heiß und rot wie Mohn
blüht ein Kummer,
der frösteln macht.

Wie ein Kornfeld vor dem Hagel
lauschen die kleinen Haare
der Haut zitternd
der brütenden Stille,
die fast schreit.

Ein lebendiger Tod
greift in die Zukunft
und atmet Tränen.
Atemzug für Atemzug
zieht sich das Leben hoch.

Ferne Gegenwart.


©miro

Donnerstag, 26. Mai 2011

Traumbahnen





Ein Lidschlag aus Licht.
Wie eine Brücke aus Irgendwo.
Ein Traum zieht eine Bahn.
Fällt in mich hinein.
Der Augenblick nach innen.
Graulicht - Traumbahn.
Und alles Hoffnungsgrün
will fliegen.
Traumbahnen im Innen
und Außen.

©miro

Samstag, 21. Mai 2011

Rippen


Die Phantasie weißer Wolken
in der Wirklichkeit
schenkt keinen Halt.

Wirksamer ist da
etwas Festes
in der Phantasie.

Wenn Phantasie weiß
ist, wirkt sie haltlos
und unwirklich.

Wolken wissen nicht,
was Halt gibt und wirkt.
Phantasie eben.

Eben die Phantasie,
die keinen Halt gibt,
wie man weiß.

Unwirklich wird
das Leben haltbarer,
trotz der Wolken.
Phantastisch!

Weiße Wolken,
Rippen, Phantasie.
Wer weiß?
Halt! - Wirklich!









©miro

Mittwoch, 11. Mai 2011

Urzeitnebel





Im Hitzeschatten still
versteckt
grünt eine and´re Zeit.
So fremd der Wuchs
und doch vertraut.

Wie Urzeitnebel
scheint der Dunst,
der künstlich hier
versprüht.
Und farngewaltig,
federhaft, schwingen
sich Wedel leis.

Rundum ein Rhododendronhain,
der diesen Urzeitnabel faßt.
Ganesha wacht bei einer Bank
und wirr die Sonne lacht.







©miro

Donnerstag, 5. Mai 2011

Grüngnome




Grüngnome

Die Frühlingssonne lockt ganz sacht.
Aus schwankend Torfgrund ragt die Schar
und raunt und wispert in der Au.
Ein jeder Schopf zählt hundert Jahr´
und wurzelt schilfig grün.

Die Sonne flirrte heiß am Tag.
So hörte ich ihr Locken wohl
und setzte keck mich auf ein Haupt.
"Wir sind so alt; was neckst Du uns?"
So tönte es aus tiefem Grund.

"Ich neck´ Euch nicht; will wissen nur,
woher Ihr kommt und wer Ihr seid."
Die Sonne stimmte friedlich sie
und leises Murmeln klang herauf
in einer Sprache unbekannt.

"Vordem war Wasser hier und Glanz.
Die Erlen beugten sich vor uns.
Wir waren eine Geisterschar
und tanzten auf dem Spiegelsee."

"Das Wasser wich; wir hielten stand.
Der Mond hielt über uns die Hand." -
"Nun stehen wir verzaubert hier
als stille Hüter dieser Welt,
die einst so anders war."

"Grüngnome werden wir genannt;
fast niemand lebt, der uns gekannt." -
"Wir träumen oft im Sonnenlicht; komm´
mit, wir führen Dich ganz still
in Welten, die Du nie gekannt."

Ich schwieg und folgte ihrem Ruf.
Ein Traum schlug mich in tiefen Bann.
Und Mondenringe glänzten auf.
Und seltsam wiegte mich der Wind.

- "Doch nun steh´ auf!"
- "Zieh´weiter nun!"
- "Ein Blick nur wurde Dir gegönnt!"
- "Spür´ festen Boden unter Dir!"
- "Du hast noch viel zu geh´n!"
- "Doch wenn Dein Weg Dir einmal schwer,
dann werden fest wir zu Dir steh´n!"




©miro