Mittwoch, 19. Oktober 2011

Der weiße Faun


Du schaust in tiefem Augenblick
in die Gedanken, die oft wirr.
So marmorweiß wird das Gemüt.
Es hält den wilden Kreislauf an.
Du lächelst Träume in das Hirn,
wie Schneekristalle schweben sie.
Du bietest jeder Zeit die Stirn;
so weiß, zerbrechlich leicht.
Hüllst Dich in marmorweißes Laub.
Und leise rauscht ein Eichenhain.
Und alle Sorgen schweigen still;
schlafen auf Wolken ein.




©miro

Dienstag, 18. Oktober 2011

Die Spätzin



Die Spätzin träumt von Poesie;
sitzt lauschend auf der Steinskulptur.
Will denken nicht an graues Nest
und an den grauen Alltag nur.

Sie lauscht und hofft auf Geistesblitz
der sie ereilt auf ihrem Sitz.
Doch erntet sie ein Schweigen nur
im Sonnenschein auf Steinskulptur.

Sie bangt, daß sie der Gatte sieht,
daß er bemerkt, oh Gott behüt´,
wie grau ihr oft das Leben scheint,
obwohl sie doch mit ihm vereint.

So sitzt sie da im Sonnenlicht
und wartet, daß der Himmel spricht.
Doch hüllt der Himmel sich in Schweigen.
Man dichtet nicht im Spatzenreigen.

©miro

Samstag, 15. Oktober 2011

"Lichtbogen in Berlin"





Mit vollem Mond erwacht die Nacht.
Sie konkurriert mit Lichterspiel,
das Zauber wirft auf ganz Berlin.

Mit vollem Mond erwacht die Nacht.
Wirft Licht auf die bewegte Stadt,
die diesmal blüht im Farbenglanz.

Mit vollem Mond erwacht die Nacht.
Ein kleiner Glanz nur irrt umher
in einem großen Lichtermeer.

In vollem Mond erwacht die Stadt,
die Millionen Füße kennt,
in jeder dunklen Nacht.

In vollem Mond erwacht die Stadt,
die flirrt in geisterhaftem Sein
in jeder dunklen Nacht.

In vollem Mond erwacht die Stadt
und lädt sich ihre Träume ein,
denn ohne Traum bleibt sie allein.

©miro

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Der Zauberwald


Nach vielen ausgetret´nen Pfaden,

wenn Hoffnung fast schon in Dir schläft,

säumt eine kleine Spur die Wege,

die sonst Du immer abgelehnt.

Verstandesmüde folgst Du ihr.

Ganz klein kommst Du Dir vor.

Und langsam schwindet die Gerade,

die aus Gewohnheit Du entlehnt.

Ein Waldsaum öffnet seine Tore;

ganz schüchtern klopft Dein Herz.

Und Zauber reicht Dir seine Hände,

und lächelnd tauchst Du in das Grün.

Auf goldner Lichtung angekommen,

so wunderschöne Träume blühn.

Deine Seele läßt sich nieder,

umspielt von Licht und Waldesgrün.

So knorrig sind die Waldgestalten,

so alt und doch so ewig jung.

Du blickst in milde dunkle Augen

und möchtest nicht mehr weiterziehn.

Der Alltagsbann wird Dir genommen,

und wie ein Kind siehst Du die Welt.

Ganz leise wisperts in den Zweigen,

von einer Lieb´die einzig zählt.

Ein Lachen dringt in die Erstarrung

Du spürst in Dir den Lebensstrom.

Es ist kein Traum, naturgeboren,

bist Du vereint im Waldesdom.

Und alle Kleinlichkeiten weichen;

so grenzenlos ist nun Dein Sein.

Und Deine dunklen Augen wissen,

um Zauber, den Du stets gefühlt.

Zerborsten sind die Kerkermauern

in waldesgrünem Zauberhain.


©miro

Montag, 10. Oktober 2011

Der Schmetterling


Ein Winken hell,
im Sonnenstrahl,
wischt Leichtigkeit
in unser Herz.
Fängt Bilder ein,
die voller Glück.

Fragil und zart
ist dieser Gruß,
der in der
Sonnenfreiheit
tanzt.

So luftig lockt er
manchen Blick,
weg aus der
erdenschweren
Zeit.

Er lebt nur kurz,
wenn man vergleicht.
Er faltet zu
das schöne Licht,
wenn es an Leben
ihm gebricht.

So still hat er
sich weggeträumt,
wenn ihm die
Sonne nicht mehr
scheint.

Er faltet ohne
einen Hauch,
das Flügelpaar,
das so beglückt.

Er hadert nicht,
schläft tief und fest,
bis ihn die Ewigkeit
entläßt.

Metallisch blinkt
an stillem Ort,
ein Bild,
das Ruhe schenken
will...

©miro

Freitag, 7. Oktober 2011

Gesicht zeigen


Den Blick den Welten
zugewandt
mit dem Gesicht
nach vorn.
Voll Farbe wohl
mein Leben ist;
ich hege keinen
Zorn.
Ein Lächeln
schenke ich dem
Sein
und stelle auf
Empfang mich ein.
Ich zeige mich
und meine Welt
so, wie sie sich
dem Leben stellt.

©miro

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Blaues Wunder



Blaugrüner Schimmer
phosphorhaft,
erhellt das Dunkel
schemenhaft.

Ein Hauch von Geisterstunde
wacht.
Ein Leuchten, seltsam,
grabeshaft.

Fast grinst es
wie ein Irrlicht auf.
Es weckt der Phantasien
Lauf.

Ein blaues Wunder
leuchtet froh -
aus faulem Holz. -
Das ist halt so.


©miro

Montag, 3. Oktober 2011

Heller Staub



Träume der Vergangenheit
fristen ein Inseldasein.
Herbstsonne hüllt sie
in neues Licht.
Sommerfrische
für Monarchen.
Heller Staub
erwartet
den Winter.

©miro

Donnerstag, 29. September 2011

Intelligente Automatik



Das Lächeln wird sofort
erkannt,
verspricht der Fortschritt
dieser Zeit.
So weit ist Technik
nun erwacht,
daß sie erkennt,
wenn wo, wer lacht....

©miro

Dienstag, 27. September 2011

Im Wellenschlag



Nahrungsflöße treiben in sanfter Flut.
Duft liegt in der Luft.
Sinnenoase.
Wellenschlag auf Wellenschlag
blinkt das träumende
Seelenauge
und sucht
ein Inselparadies
- im Wellenschlag.

©miro

Montag, 26. September 2011

Glaubenswaben



Kulturstützen bieten Lichtblicke.
Verlockende Waben
der Glaubensväter.
Gedanken, wie Bienen,
liefern den Honig ab.

Echte Liebe.
Echter Honig.

- Zuckerwasser
zum Lohn. -

Kraftlos.
Machtlos.

Hunger nach
dem Wesentlichen.


©miro

Samstag, 24. September 2011

Wendel



Wandelnde Wendungen.
Windende Wandlungen.

Aufwärtsgedanken.
Abwärtsgedanken.

Steigende Stufen.
Rankende Regungen.

Wandelndes Wesen.
Wesenswandlung.

Auf.
Ab.

©miro

Mittwoch, 21. September 2011

Auf Rosen gebettet


Gartenversunken ein Rosenduft.
Zartrosa Fülle verschwenderisch.
Langsam ruhen Träume;
dornenvergessen
im Schneckenhaus.

©miro

Montag, 19. September 2011

Raum für den Himmel


Wie ein Schatten, schnell.
Aus einer anderen Welt.

Nur ein Hinterherschauen.
Im Zurückbleiben.
Halbe Höhen.
Halber Himmel.

Luft durchschnitten
in zärtlichem Flügelstrich.

So schwer wiegt der Fuß.
Schweiß wie Erde.
Und oben Raum.
Raum für den Himmel.

©miro

Freitag, 16. September 2011

Kein Brand






Ein Feuerschein erhellt die Nacht.
In Funkenglut ein Haus gehüllt.
"Es brennt!" So denke ich erschreckt.
Doch still die Nacht. -
Ist nichts entdeckt?
Ein Feuerball hebt sich empor.
"Kein Brand! - Der Mond!"
Das kommt wohl vor.

©miro

Donnerstag, 15. September 2011

Drachenraupe




Fett kriechst Du durch den Blätterwald
bizarr und grün mit Menschenblick.
Bestochen wacht ein Drache auf
und zehrt von grünem Tulpensaft
der für Magnolien geschafft.
Die Blüte wird es niemals geben,
denn Parasiten saugen Leben
und mehren sich in diesem Tun.
Sie werden fliegen in der Welt,
getragen von manch fremder Kraft,
gesaugt, gefressen, weggerafft.

©miro

Dienstag, 13. September 2011

Autumnale



Herbstzeitlose in Tirol

Autumnale.

Zwischenzeiten.
Noch kein Herbst.

Hellrosa Sterne in Grün.
Gedankenfarben
im Einerlei.

Herbstzeitlose
am richtigen Ort.

Herzfarben ziehen dahin.
erwarten in Träumen
den Mai.



Herbstzeitlose in Berlin


©miro

Montag, 12. September 2011

Turmdunst in Berlin



Die Luft liegt feucht auf ganz Berlin.
Die wettermüde Stadt verschwimmt.
Benommen zeigt der Sonntag sich
und wälzt sich träge in den Herbst.
In einem fernen Hintergrund
sticht Schlot und Turm nach oben auf.
So steil gerade durch den Dunst,
fixiert ein jeder Turm und Schlot
die Wolkenlast, die fett und trüb,
gewitterschwanger ständig droht
und nicht mehr weichen will.

©miro

Freitag, 9. September 2011

Hochhausspiel


Sie drängen sich so recht ins Licht
die Türme glas- und steinbewehrt.
Das Fotoauge schaut und schaut
in diesem Häuserwald.
Manch´ Gipfel spiegelt eifrig sich,
sucht in der Sonne Halt.
Wie Riesenbäume wiegt es sich,
was Menschenkunst ersann.
Ein ehemals so karger Platz
baut an die Zukunft an.
Ameisengleich Besucherstrom
durch Hausalleen schwirrt,
von Sonne, Glanz und Häuserspiel
ergriffen und verwirrt.








©miro

"Sehstern"


Die Sonne wirkt so manches Bild
und zaubert Formen hier und dort.
So hat sie diesen Stern gewirkt
auf einem Baum an einem Ort,
der von der Bergwelt eingehüllt.
Manch´ Auge sieht mit klarem Blick
oft mehr, als nur ein Sternenglück.

©miro

Liebe Christin,

vielen Dank für den schönen Gedichtekommentar!

Herzlichst Frank

Mittwoch, 7. September 2011

Bergauge im Sommer



In Stein gefasstes Medaillon,
der Spiegel einer Sommerpracht.
So menschenklein hinaus der Blick
und still und schwer der Berg.
Wie eine Brandung Waldesgrün
bricht sich vor steilem Fels.
In Blau geweitet aus dem Rund
späht die Pupille wie ein Luchs
auf eine Sonnenlast.

©miro

Dienstag, 6. September 2011

Giebelprophet




Ein Wind durchwühlte die Gedanken;
riß an der Seelenfreude wie an einem
müden Blatt.
Zum Fenster geht der Blick;
er sieht zerzaustes Flattern
und bringt die Neugier schnell zurück.
Ein Federbündel rudert mit den Flügeln
und setzt sich auf des Giebels Lauf.
Es reckt den Schnabel spitz
der Welt entgegen.
Und hinter ihm, gleich einer Aureole,
türmt sich ein Wolkenadler auf.

©miro

Montag, 5. September 2011

"Bitte nicht so schnell!"



Ein wenig zeitverloren steht
es an der Straße,
dies Schild.
Und neu emporgeschoss´ne
Häuser
drängen hervor
in diesem Bild.

Die Bergwelt rankt
verschwommen
sich dahinter.
Mit Schäfchenblau
ein Himmel,
ganz verstohlen,
aus der Ferne neckt.

Der Urlaub brennt
so heiß
auf Stirn und Sohlen.
Ein Traktor
zeigt,
was in ihm steckt.

Ein Stoppschild
aus dem Leben,
das um Zeit
noch wußte,
hält unverdünnt
mich auf.

©miro

Sonntag, 4. September 2011

Kamelblick



Am Zaume zwar;
doch spöttisch irgendwie,
so scheint mir,
stellst Du Dich der Welt.
Mit trotzigem Humor durchquerst
so manche Wüste Du.
Ganz störrisch
machst Du diesen Zirkus mit.
Du bist Rebell;
hast Deine Würde nie verloren.
Du läßt von Sonne niemals
Dich beirren.
Du spähst Oasen aus,
wo es sie gibt.
Ein Grinsen beißt
nach Deinen Haltern,
denn Frechheit ist
für Dich ein Fest.
Dir ist die Reue fremd
und auch die Demut.
Du spielst den
gottgewollten Clown.
Es tut so gut,
mit einem Lächeln,
in Deine Augen
wohl zu schau´n.

©miro

Samstag, 3. September 2011

Verwaiste Vogelkäfige


Dunkel grüßt das Holz
der Schicksalsergebenheit.
Ein Käfig groß; ein Käfig klein.
Lebensräume, mit Gesang gefüllt,
waren sie.

Besitz hinter Gittern.
Fliegender Gesang und gestutzte Flügel.
Freiheitsverlorene Geborgenheit.
Gitter ins Unbewußte versunken
in gefütterter Sicherheit.

Vielleicht gab es argwöhnische Freiheit.
Grelle Felsmassive im Hintergrund;
verborgen hinter geschnitzten Holzwänden.
Aufgebaute Holzstöße gegen Sturm und Kälte.

Kreisende Vögel, hoch oben;
da, wo die Sonne das unten blendet.
Kurze, erstiegene Freiheitsträume.
Verwaiste Vogelkäfige.
Auf Zeit.


©miro

Freitag, 2. September 2011

Sonnendämmerung




In Licht getauchter Höhenflug
senkt leise sich ins Herz hinein.
Die Abendschatten steigen auf;
ein Friede, seltsam still;
wehrt jedes Wort.

Die Berge geben Widerhall,
so lautlos zu der Sonne Gruß.
Der Mensch spürt die Erhabenheit
und nimmt der Gipfel Leuchten an.

So sacht deckt manches Wolkenband
die Seele ein, damit sie gut,
den Tag für sich beschließen kann,
in einer Wärme Halt.

Von Sonnendämmerung benetzt
schweigt jeder Durst
der Dich geplagt.
Ein Lächeln
bleibt zuletzt.

©miro

Donnerstag, 1. September 2011

Der Kelch der blauen Blume



In Schattenkühle wiegt der Wind
Gedankenträume magisch fern.
Und bergversunken ruht ein Schatz,
in Blau versponnen, wie ein Kind.

Hoch ragen Tannen an der Wand.
weiß gleißt der Fels im Sonnenstern.
Und Frieden schenkt so mancher Platz,
den eine müde Seele fand.

In Schattenkühle wiegt der Wind
so manchen Kelch voll Wunder gern.
Der Bergherr raunt von einem Schatz,
der aus der blauen Quelle rinnt.


©miro

Mittwoch, 31. August 2011

Hupfauf



Dem Regenbogen nach.
Ins Blaue gehüpft.
Einfach den Traum gelebt.
Die Pflicht in Urlaub gelegt.

Pastellfarben ziehen lidschlaggleich
ihre Bahn.
Ein Rauschen liegt in zarten Klängen.
Ein Weiß, so unmalbar,
drängt in den Himmel.
Gedankenfarben wie ein Regenbogen.

Ein Sprung so kurz und doch so weit.

Alltagswolken vor der Tür.
So schnell und grau.
Und der Traum verblasst.
Hupfauf... in der Seele...

©miro

Montag, 22. August 2011

"Haimat"



Die Größe dieser Welt
verblasst im Mausoleum.
Voll Biss habt ihr gelebt
vielleicht.

Ein absichtsloser Gruß
hängt am Geländerspeer.

Honorig rankt sich
auf poliertem Stein
was ihr erreicht.

Ein kleiner Hai
für große Fischer.

Mögt ihr in Frieden
ruhen in der dunklen Erde.
Die Zeit macht eure Unrast
leicht.

Ein kleiner Fisch
für eure Haimat.

Stirb und werde.

©miro

Freitag, 19. August 2011

abgeschirmt




Kinderbunte Farben
rasten in Wiesengrün.
Leuchtende Ruhe
an einem Sommertag.
Leben, so sicher,
so behütet.
Abgeschirmt.

©miro

Donnerstag, 18. August 2011

Friedensfeuer



Ein Gitter zäunt den Ort,
wo Mensch die letzte Bleibe fand.
Die Knospen aus Metall sie ragen
schwarz empor.
Schlaftrunken weht die Zeit.
Und urnenhaft wie Ornament,
die Zeichnung auf den Flügeln brennt.
Abstrakt gibt sich die Hand
und sucht ein neues Land.
Wie Friedensfeuer leuchtet es.
So laut und doch so still.

©miro

Mittwoch, 17. August 2011

schwirrend



Weiße Blüten sind aufgebrochen.
Filigran in kraftvollem Grün.
Federleicht wachsen sie.
Durchbrechen Binsenweisheiten.
Ganz weiß, ganz Schmetterling,
fliegen sie auf nach Phantasien.

©miro

Dienstag, 16. August 2011

Weiße Blätter



Violette Melancholie
auf sommertrüber Wiese.
Doch ein Hauch aus irgendwo,
zart, so zart, weht herbei.
Ein Duft, warm und würzig,
tropft goldenen Honig
in die Sinne.
Träume auf weißen Blättern
flattern auf duftende Dolden.
ein verhaltener Gruß;
lavendelfarben.
Und Schmetterlinge
wecken den Schläfer
auf.

©miro

Sonntag, 14. August 2011

Feuerbeeren



Zerplatzendes Dunkel am Laternenrand.
Kugeliger Schwarm aus Explosionen.
So einsam aus der Ferne des Traums.
Embryonenhafter Bienenschwarm.
Zeitlupenhaft verglühend.
Feuerbeeren auf einsamer Straße.
Bittersüß.

©miro

Samstag, 13. August 2011

Baumschlangensumpf


Dicke Leiber übers Wasser gekrochen.
Schwer liegend über sumpfigem Pfuhl.
Stickiger Atem aus Lindwurmgedanken.
Ein Drachenauge lugt aus dem Moor.
Schuppiges Grün in Gänsehaut.
Balladenhafte Sagenfetzen saugen
giftdunstige Träume.
Fröstelnder Sommerdschungel.
Kaltschweißiger Baumschlangensumpf.
Hakenzähne gelb bleckend.
Verwunschenheit macht sich breit
und wartet auf den Regenbogen.

©miro

theaterzelt


Menschenpingpong unter großem Dach.
Herrreinspazierrrt!
Große Flügel lehren staunen.
Augenbesäumt.
Paviane und Nichtpaviane aus aller Welt.
Kunstlibellenflügel filtern den Dunstkreis
der Haupstadt.
Und abends mit Beleuchtung.
Biosphäre aus Touristentaumel und Eitelkeit.
Zurückgelehnt schaut ein Lächeln.
Großes Theater.
Stadt... Genüsslich schwingt eine Zirkusmelodie mit...
im Theaterzelt.

©miro

Dienstag, 9. August 2011

Schweigende Antwort



Kathedralenhaftes Geheimnis.
Magie der Tiefe.
Aufgeschlagenes Buch aus Kristall.
Augen im Tiefenrausch.
Tränenvergessen.
Träume der Seele
im Brunnen der Zeit
blättern die Seiten
um.
Lesend und lesend.
Sich selbst Antwort geworden.
Schweigend.

©miro


Montag, 8. August 2011

Taumel





Regen zerplatzt im Hagel
auf ungezählten Dächern.
Rettungswagen peitschen
hastig wie Sirenenkugeln
dahin.
Sonnenhülsen und
Himmelsblau
im Dunkeldonner,
blitzverzerrt.
Zeitlupenhaft sinkt
der Tag in sich zusammen
und die Nacht breitet
ihr Laken aus.
Taumelnde Träume
lassen die Arme
hängen.
Es gibt nichts
zu sehen.
- Nacht.

©miro

Sonntag, 7. August 2011

Ein buntes Fenster


Ein Fenster im Aufwärts.
Frühlingsgrün leuchtet.
Die Sommerschwere
tropft von den Wänden.
Ein Seelenvogel
wünscht sich Freiheit.
Ein plätscherndes Lachen
soll ihn locken.
Hinaus durch den Spalt
zu Dir.

©miro

Samstag, 6. August 2011

Kondenswetter



Eingedampft ist dieser Sommer.
Aus allem steigt die Feuchtigkeit.
Selbst die Sonne scheint mir dicker
und verbreitet Müdigkeit.
Dumpf und zäh sind die Gedanken.
man rührt sich in das Leben ein.
Fast nichts hilft richtig
aufzutanken;
selbst manches hilfreiche Getränk,
durchbricht nicht diese
Wetterschranken.
Nicht nur die Luft erfüllt
ein Grollen;
auch in den Schläfen pocht
es oft.
So eingedickt ist jetzt
das Leben
und schleppt sich
übernächtigt fort.

©miro

Donnerstag, 4. August 2011

Parkbalance




Im Städtedschungel,
menschendicht,
wiegst Du Dich im Revier.

So überdeutlich groß
und grau,
mitunter schemenhaft
erstarrt;
gefriert Dein Sein
zu einem Schein,
bis jedes Grün verebbt.






Du liebst die Freiheit
in der Stadt.
Dein Auge leuchtet
stillvergnügt.
Du bist willkommen
und wirst satt.
Der Park wiegt
Dich in Sicherheit;
schenkt Dir Balance
ohne Leid.

©miro

Dienstag, 2. August 2011

Zu Babel in Berlin (zwei Türme)


Sprachlose Wassermassen.
Und wieder zwölf Uhr.
Die Natur geht online.
Sand im Netz.
Gurgelnde Flut.
Babel und Ozean.
In Verwirrung.
Abgewrackte Monumente.
Türme.
Interaktiv.
Gründelnd.

©miro

Montag, 1. August 2011

Waschbär



Eigentlich so sollt´ man meinen,
sei Berlin nun endlich rein.
Doch dies Bild aus Regentagen
sagt dazu entschieden:
Nein!

Glücklich, wem ein Fell beschieden.
dick wie eine Bärenhaut.
Immer prasselt es hernieder
durch und durch
und sehr "vernichtend"...

Lassen wir dem Bär die Wäsche!
Riegeln uns am besten ein;
Augen zu und sich verkriechen;
leider heißt es oft nur:
Nein!






©miro