Montag, 26. Juli 2010

Dünenspur in Frankfurt






Ein Weg aus Holz
führt über Wogen,
die Halt gemacht
an diesem Ort.
Von Ferne ragen
Burgen einer
Skyline,
und alles
ist ein Spiel
aus Sand,
und hingewürfelt
in den Tag,
der neue Sonne
heiß entfacht.
Gedanken
brennen,
suchen Nahrung;
die sanfte Stille
glättet sie.
In silbergrün
glänzt Zauber
auf den Distelkronen.
Ein Vogelruf
trägt Sehnsucht
in dem Schwingenschlag
und winkt dem
Abschied zu.
Behäbig atmet Kiefernduft
vom Dünenrand herab.
So wild gedrungen
ruhen Phantasien
aus Wurzel, Ast und Zweig
im Sand,
der hier das Eis vergaß,
das vorwärts ihn getrieben.
Wie grauer Samt
erscheint das Holz
des Steges,
der schützen soll
die Welt der
steh´ngeblieb´nen Zeit.
Und durch Gedanken
rinnt der Sand des Lebens
und öffnet
mir die Seele weit.

©miro

Donnerstag, 15. Juli 2010

Der Zauber und der Katerstiefel

Vor einer Bank der längst
verjährten Märchen
breitet sich eine
abgemähte Wiese aus.
Zu Königstalern aufgerollt
ruht dort das frischgesponn´ne
Heer der Gräser;
und leuchtend rot blüht
Kelch vergessner Plastiktüte
auf Stoppeln neuer Ernte auf.
Vor Menschenzeit mag wohl
die sanfte Pfote eines Katers
hier einen Pfad im Traum
ertappt; quer durch das
Feld gezaubert haben;
dem schwere Menschenfüße
folgten; die Zeit ersichtlich
abzuschneiden.
Längst fraß Vergessenheit
die Worte ferner Wunder,
und brannte voller Hitze
sich in diesen Tag.
Die Macht von Größe, Angst
und Kleinheit
verschlang mausgrau
ein Müllerskater,
den es nie gegeben.
Und in dem Mehl
des Räderwerks
des Lebens
wird kaum
ein Königssohn
wohl je geboren,
der Meilenstiefel
für sein Glück
gewonnen.

©miro

Mittwoch, 14. Juli 2010

So ungeglaubt

So ungeglaubt ist in mir oft das Leben;
ein Hologramm in dem ich selbst
als Wellenring gefangen bin.
Ein Nebel, der aus
Wahrnehmungspartikeln
den Schein von Körperhaftigkeit
erzeugt in starken Reizen,
die mir den Glauben
an ein Sein in Wörterbildkulissen
impfen wollen.
So ungeglaubt ist in mir oft das Leben,
daß mir der Blick entflieht
aus eines Sehens Rand,
den mir das Augenpaar
diktiert.
So ungeglaubt, daß meine Ohren
brennen, und nur im Tosen
übergroßen Lebens,
ganz leise summen eine Melodie,
von der ich kaum erkennen kann,
wer sie als Klang in meinen
Körper bannte.
So ungeglaubt regt sich die Haut
und läßt mich Tasten, Wind
und Wärme spüren;
und Kälte, Nässe, und noch manchen
and´ren Reiz;
damit ich fest sein soll in diesem
Leben;
gelenkt von dem,
was uns ein Denken scheint,
in einer Art von göttlich´ Geiz.
So ungeglaubt ist der Geschmack
auf meiner Zunge, daß ich ihn
särken muß durch Bitterkeit und Süß
und Voll; damit er nicht zergeht
in einer Müdigkeit der Sinne,
und Schalheit mir im Mund gerinnt;
und ich nur schmecke, was ich soll.
Ein Atem geht mit mir durchs Leben,
so losgelöst, als wär´ er nicht von hier;
ganz ungeglaubt zieht er durch Zukunft
und Vergangenheiten;
und wünscht sich oft, sie wären
nicht von mir.

©miro

Samstag, 10. Juli 2010

Gestade

So viele Ufer, viele Weiten
und traumumspielt
der Füße Sand.
Und fast verloren
wirken Herzen,
die Sehsucht grub
in manchen Strand.
Des Lebens Flut
mit einer Woge
wischte hinweg
der Liebe Ziel.
Fast angstvoll
folgt der Blick
der Weite,
versenkt sich in das
Wellenspiel.
Verloren scheint
die Heimatinsel
in der Vergangenheiten
Blau.
Fast achtlos führt
die Hand das Ruder
auf immer wieder
neuer Fahrt,
und müde streift
der Blick
die Sterne,
die Glaube hing
ans Firmament.
Die Einsamkeit
steht am Gestade
und malt
ein Herz wohl
in den Sand;
und hofft,
daß sie die Liebe
findet
auf ihrer Fahrt
in neues Land.

©miro

Donnerstag, 8. Juli 2010

Sterne im Sand

Auf überwucherten Gestaden
aus einer längst zermahl´nen Zeit
erblühen rot und rosa Sterne,
wie hingetupft aus Freud und Leid.
Sie sind so flüchtig wie der Boden,
der sandig ihnen Halt gewährt;
sie leuchten zwischen grünen Wogen,
wie einer langen Liebe Boten,
die wohl dem Wandel stets gehört.
In immer neuen Sternenspuren
malen sie Herzen in den Sand,
für den, der träumend, wachen Auges,
voll Kummer oder auch voll Glück,
den Herzensweg zu ihnen fand.
In schwarzen Körnern sä´n
die Kelche stets neue Sterne
in den Wind;
und zeigen so, daß Lebenssterne,
die uns begegnen in der Zeit;
nur im Moment gefangen sind.
Ein Leuchten folgt,
fast wie ein Echo,
dem Wanderschritt, der weiterzieht;
und dunkelschwarz erglänzt das Auge,
und nimmt es in Gedanken mit.


©miro

Dienstag, 6. Juli 2010

Funkenflug

Der Brand der Sonne
läßt die Luft erlahmen.
Ein Flirren fegt die
Feuchtigkeit
aus ihrem Angstversteck.
Der Freude stockt der
Atem fast.
Und jede Pore
weint die Tränen,
die nur das Unbewusste
weiß.
Und aus den
Augenbrunnen tief,
quillt Flut hinauf,
die dort verborgen.
Sie bricht
hervor mit
aller Macht.
Ein Regenbogen
zaubert Leben;
zerteilt den Mantel
langer Nacht.
Ein Funkenflug
des freien Lebens,
ist mit
dem Tag
wohl neu erwacht.

©miro

Samstag, 26. Juni 2010

Zuwachs

Auf Trümmern
der vergang´nen Kriege
graben sich neue Wurzeln ein;
und hoffen stets
auf neue Siege
und wollen machtvoll
Herrscher sein.

Auf gutem Boden
wuchert Unkraut
und drängt hinweg,
was uns erfreut;
gedankenlos
und ohne Rücksicht
ins Leben
einfach hingestreut.

Auf Ödland sind
die wilden Arten
ein Pionier,
der Gutes schafft.
Im Lauf des Lebens
bringt das Warten
oft Ordnung ein
und neue Kraft.

Die Wildnis
ist ein grüner
Tiegel
der sich verzehrt
und neu gebiert.
Und Gärten
bergen manche
Riegel,
die oft man
als Gefängnis
spürt.

Soll sich ein
gutes Leben
bilden,
so braucht
man vielerlei
Gestalt;
will wirklich
man der Freude
dienen,
befiehlt man
manchem
Zuwachs:
"Halt!"

©miro

Freitag, 25. Juni 2010

Drahtseil

Es schwirrt der Kopf.
Ein Pochen in den Schläfen;
und immer wieder schrillt
das Telefon; fast so als
wollt´ es mich verhöhnen,
mit immer gleichem
Geierlaut.

Und draußen schallt
der Lärm und schwillt
fast zur Lavine an
aus Brot und Spielen
die nach Elend
stinken.

Und drängend
schürt die Pflicht
die Müdigkeit,
die nur nach
Schlaf sich sehnt,
fast so, als gäb´ es
sonst kein Leben.

©miro

Mittwoch, 23. Juni 2010

Flamme


Noch ziehen Bilder, die in Sehnsucht prangen:

Ist diese Hoffnung Traum geglaubter Wirklickeit?

Ein Leuchten hat im Herzensnebel sich verfangen;

es zittert, flimmert: Wird es greifbar sein?

Wird Ruhe finden eine Freude, die sich so sehr

nach der umarmten Heimat sehnt;

oder erlischt die bange, kleine Flamme

im Wind der Zeit, als eine graue Träne,

die nur Erinnerung ihr eigen nennt?

©miro

Dienstag, 22. Juni 2010

Sonnenflügel


Der Kuss der Augen
ließ uns träumen
und hieß uns
jeder Zeit entflieh´n.

Dein Lippenglanz
im Sonnenzauber
ließ mir die Welt
vorüberzieh´n.
Das Wogen
Deiner Lockenfülle
war Tanz auf
einem Ozean.

Du tauchtest
ein in viele Bilder,
die meine Seele
Dir geschenkt.
Und Sonne
brannte in den
Schmerzen,
die tief in Bernstein
wir versenkt.

Libellenflügel
schwirrten leise
und Worte trugen
uns dahin,
und wiegten uns
auf einer Reise,
die kurz und
doch unendlich
schien.

©miro

Dienstag, 15. Juni 2010

Mundgetaucht

Mundgetaucht
Reges Agieren
Zungenspiel der Rivalen
Rosiges Ringen der Zärtlichkeit
Lust

©miro

Raubtier

Raubtier
mit menschlich´
Hyänenlachen.

Groll
der
Unnatur.

"Raub´ Tier,
mitmenschlich,
Hyänenlachen!"

"Groll´
der
Unnatur!"


©miro

Samstag, 12. Juni 2010

Heimwärts

Das alte Nest
hat ausgedient.
Die Träume
sind schon
längst enteilt,
und spähen
aus nach
neuem Glück.
Und im Kokon
steht Wandel an,
in einer zarten Leichtigkeit,
nach langem
winterschweren Schlaf.
Das Auge glänzt
im Farbenspiel
in einer neu
entdeckten Welt.
Die wohlvertraute
Ferne ruft,
die nur die Raupe
hat gekannt;
und freut sich
auf den Schmetterling,
der bald wird
heimwärts zieh´n!

©miro

Mittwoch, 9. Juni 2010

Erinnerungsbeben

Ein dumpfer Schlag,
nachhallend. -
Der Körper bebt.
Im innersten Mark
ein Echo.
Metallisch vibrierend -
wie eine Glocke.
Eine Woge
aus Traurigkeit
durchflutet
das Sein
mit Lava.
Das Auge atmet
Feuchtigkeit aus.
Vergangenheit
wird zu Stein.
Unter der Asche
ruhen bizarre Figuren.
Stadt der toten Träume. -
Nachbeben.
Frösteln in heißer
Sonne.
Das Grün
der Hoffnung
schaut mich
traurig
fragend an.
- Und mir fehlt
die Antwort.

©miro

Dienstag, 8. Juni 2010

Fernefenster

Ein Flimmern liegt
auf dem Asphalt.
Gedankenleere
spielt mit Licht.
Ein Spiegeln
flackert ungewiss;
und Durst liegt
in der Luft.
Ein "Ja" wiegt
sich im
Fensterkreuz,
und zieht
dem Mond
die Sterne ab.
Die Frische
ballt sich in
der Luft
und wartet
auf den
Regenfall.
Und irgendwo
ein Vogel ruft.
Ferne
scheint fast
überall.

©miro

Samstag, 5. Juni 2010

Wiesenstrand

In Wellen wogt
das Meer der Halme.
Ein Sonnenspiel
streicht übers Gras.
Und zarte, zierliche
Gebilde flirr´n,
nebelhaft im
Wiesengrund,
fast so wie
Farbeninseln auf.
Wie Möven ist
der Flug der Vögel
im Flügelschlag
hoch über´m Grün.
Und manche Blumen
springen farbig
aus diesem
Wiesenspiegel
auf;
als wollten
sie mit ihrem
Leuchten
ganz hoch
hinauf zur Sonne
flieh´n.
Der Gräser Halme
streichen
wiegend den
Wegesrand
der sie begrenzt;
und haschen
nach dem
Laut
der Schritte,
der Ihre
Sonnenruhe
stört.

©miro

Donnerstag, 3. Juni 2010

Vor der Tür

Eine Zwischenwelt
des Blicks.
Begrüßung und
Abschied.
Lebenstüren.
Eine feine
Bitterkeit
steigt auf
beim
Betrachten
der sich
schließenden
Tür.
Ein Traum
dreht sich
langsam
um,
geblendet
von der
Sonne.
Welche
Tür
wird
sich
öffnen?

©miro

Dienstag, 1. Juni 2010

Gedankenschritte Schrittgedanken

In stetem Wechsel
reift ein Weg,
der erst nur
als Gedankenform
aus Enden
seinen Anfang nahm.
Und wenn ich gehe,
ändert sich sehr oft,
was ich gedacht
zuerst;
und findet
neuen Ausblick
bald
auf dem zurückgelegten
Weg.
Was erst Idee nur
und kein Ziel,
gewinnt mit
jedem Schritt
Gestalt;
folgt einer
unsichtbaren Spur
und findet tastend
einen Halt
in wachsendem
Gespür

©miro

Montag, 31. Mai 2010

Frühlingsgrab

Dem Frühling
geh´n die Lichter
aus!
Was macht er nur,
der arme Wicht?
Die Maiensonne
ist ein Graus!
Ich grab´ ihn ein
und sperr´ ihn aus,
und pflanz´auf´s
Grab
Vergissmeinicht!

©miro

Sonntag, 30. Mai 2010

Märchensonne

Ich werde eine Sonne malen,
so eine, die im Herzen lacht.
Die soll dann kugelrund
erstrahlen,
mit Pustebacken
voller Macht.
Dann siehst Du Deine Sorgen
platzen mit einem dicken,
lauten Knall.
Und Du denkst froh,
so wie im Märchen,
wie ist das schön:
"Es war einmal... "

©miro

Samstag, 29. Mai 2010

Pappelschnee

Weiße Flocken
treibt der Wind.
Ein Blätterzittern
weht voll Staub.
Und eine Art von
Traurigkeit
weint Pfützenaugen
hier und da.
Und Frösteln
füllt die Luft.
Ein Schnee
der einmal
Knospe war,
fällt in der Erde
Grund.

©miro

Freitag, 28. Mai 2010

Holunderzauber

Aus weißen Dolden
beißt ein Duft,
fast wie ein
kühler Feuertraum,
die Schwere
aus dem Regenfall.
Es sprudeln
Blütenperlen auf,
zu einem Alabasterlicht,
in Elfenkelche aufgefüllt,
aus einem frischetiefen
Grün.
Der Weg wird zu
beschwingtem Tanz,
der seinen Durst
in einem Blütenreigen
stillt,
den Weiß und Grün
verzaubert hat.

©miro

Donnerstag, 27. Mai 2010

Freirauch

Ein Feuer brennt,
von mir entfacht,
und ist der Freude
zugedacht;
die meine Freiheit
lodern läßt.
Ein Schein
von winzig kleiner
Glut
tut mir und
meiner Seele gut,
und blaue Fäden
steigen auf.
Mag sein, daß
es mein Leben kürzt,
doch wär´s
für mich sonst
ungewürzt;
ich leist´es mir
und bleib´ dabei,
bei der geliebten
Raucherei.

©miro

Mittwoch, 26. Mai 2010

Regenmond

Verstohlen blickt ein Nebelmond,
in Regenbänder eingehüllt,
aus prallen Wolkenschichten.
Er lächelt mild, wenn er sich zeigt,
und schüttelt aus dem vollen Rund
gar mancherlei Geschichten.
Fast scheint es, daß er glätten mag
die Stirn, die oft vom Denken kraus,
und flüstern will in einen Traum:
"Schlaf ein mein Gast, erquicke Dich!
Das Leben ist oft wunderlich;
doch wird sich alles richten."
Der Regen rauscht voll Tropfenmacht,
und klopft in einer steten Kraft
den Schlaf in eine stille Bahn.
Die Ruhe legt sich fest und schwer
wie eine Decke auf das Sein.
Sie wiegt sich zu der Melodie,
die leise trommelt auf das Dach;
vereint sich mit der Regennacht,
und zaubert Harmonie.

©miro

Montag, 24. Mai 2010

Traumschuhe

Träume tanzen von Ort zu Ort.
Sie huschen ganz leis´
auf verwunschenem Pfad.
Sie dreh´n sich im Kreis
in des Schlafes Schloss.
Sie ziehen auf nebligen Sohlen
dahin.
Sie wiegen sich sanft
zu den Nachtmelodien.
Sie steigen in Keller
und Höhlen hinab.
Sie finden den Weg
zu kristallenen Höh´n.
Sie tragen die Stiefel,
die meilenweit zieh´n.
In Flügelschuh´n
über den Himmel
sie flieh´n.
So seltsam
umschlingt Phantasie
Deinen Fuß;
und tanzt auf dem Strom
der Gedanken dahin,
in Ernst und in Spiel
mit ganz eigenem Sinn.

©miro

Sonntag, 23. Mai 2010

Reisender

Das Blau der Ferne
breitet sich in
ungeahnter Weite
aus.
Malt Länder mir
und Weg und Steg;
spinnt bunte
Träume ohne Zahl,
und findet stets
den Weg nach Haus;
denn überall
im Weltensein
blick´ ich aus
mir heraus.
Und jedes Spüren
ist ein Schritt
auf einer Reise
ungewiss.
Wenn Liebe hört
in mich hinein,
glänzt tief im Innern
Freude auf,
und winkt Dir zu
dabeizusein.

©miro

Freitag, 21. Mai 2010

Die Nacht ist bunter als der Tag

Die Nacht ist bunter als der Tag;
der Duft der Träume blüht voll Licht
in selbstgewählter Farbenpracht
und zaubert eine eig´ne Welt.
Wie Atemholen ist der Tag;
er füllt die Körperlunge an;
zu wenig ist´s,
was er verspricht.
Ich tauche ein in tiefen Schlaf,
der mehr beglückt,
als Mensch es kann.
Ich gleite fort auf einem Klang
und schwebe
in in die Phantasie
so oft ich es mir leisten kann.

©miro

Donnerstag, 20. Mai 2010

Hausgesichter

Häuser sind fast wie Menschen.
Oberfläche und Innenleben.
Kalt und einladend.
Freundlich und abstoßend.
Langweilig und interessant.
Modern und altertümlich.
Das Spiel von Nähe und Ferne,
von vertraut und fremd
zaubert Geschichten.
Und aus seltsamen Gesichtern
schauen Augen, öffnen sich Münder
und erzählen von Stadt und Land,
von arm und reich,
von Leben und von Vergessenheit,
von Glück und von Liebe
und vom Fluß der Zeit.

©miro

Mittwoch, 19. Mai 2010

In der Nebelschale

Feucht atmet der Tag;
überzieht das Leben
mit grauer Perlenhaut
und spinnt Wasserfäden.
In der Nebelschale
wabert Wachheit
und Traum in den
Schwaden
samtener Müdigkeit;
und wischt die Zeit
beiseite
wie Schlaf aus den Augen.
Ein Schweben durch Watte,
zeitlupenhaft,
macht weite Sprünge
durch klanglose,
milchige Stille,
wie ein Embryo
und sinkt in den Schlaf
neuer Ahnung.

©miro

Dienstag, 18. Mai 2010

Ansprechend

Es war ein Tag der anders war.
Das Wetter blieb sich zwar recht gleich;
und trotzdem schien die Sonne mir;
kaum, daß mein Fuß schritt durch die Tür.
Die Menschen suchten mein Gesicht
und lächelten mir Worte zu.
Ein frischer Wind blies in mein Herz,
und färbte Seelenwangen rot,
die vorher noch so sorgenblass.
Ein frischer Wind so unbeschwert,
blieb lang´ noch, als ich heimgekehrt.

©miro

Montag, 17. Mai 2010

Der Wunschbrunnen

In einem traumgewebten Wald,
nach sonnenschwerer Phantasie,
sucht sich das Denken seine Rast.
In weißbesterntem Wiesengrund
haucht Kühle aus dem Mauerrund.
In Brunnentiefe glänzt ein Bild
und zaubert sich ins Leben ein,
vielleicht, um Wirklichkeit zu sein.

©miro

Sonntag, 16. Mai 2010

Gerade genug

Weshalb die Unzufriedenheit?
Es reicht doch!
Es ist gerade genug.
Gerade genug Glücksgefühl
für den Tag.
Gerade genug Leben
für den Tag.
Gerade genug Geld.
Liebe gab es auch
gerade genug.
Weshalb also
gerade dieser Hunger?

©miro

Samstag, 15. Mai 2010

Kreise

In tiefen Schlaf versinkt das Glück,
das nicht ins wache Leben fand;
und läßt nur Müdigkeit zurück.
Es folgt nun einer Träume
Spur in einem silbergrauen Sand.

Ein Tagesgitter hemmt die Kraft,
von blinden Wärtern aufgestellt;
zu schützen fremde Macht und Geld.
Die Freiheit flieht in Phantasie,
weil nichts ein starkes Ziel ihr schafft.

Ein Tier voll Qual dreht sich im Kreis,
den ihm das Leben abgesteckt.
Ein dunkler Blick sucht einen Pfad,
aus diesem kargen Reservat,
der einen Ausweg weiß.

©miro

Freitag, 14. Mai 2010

Gewitterhaft

In Spannung
knistert kaltes Warten
zu lange schon
auf Eis gelegt.
Wie ein Vulkan
drängt
Sehnsuchtsfeuer,
wünscht sich
die Dürre
weggefegt.
Wann kommt
der Blitz
mit grellem
Lodern
der spaltet
dieses Nebelgrau
der einen
reichen Regen
spendet,
daß ich die Sonne
wieder schau!

©miro

Donnerstag, 13. Mai 2010

Es werde Licht

Nach einem
grauen Tageslauf
hellt Licht
die gute Stube auf.
Ach, wie Elektrik
doch entzückt,
wenn uns kein Tageslicht
beglückt.
Vielleicht kauf´
ich mir noch
´ne Sonne
genieß´
daheim
die Bräunungswonne!

©miro

Mittwoch, 12. Mai 2010

Ins Grüne

Gedanken fliehen
vor dem Grau
und fliegen
wie ein Vogel auf.
Sie setzen
sich in sattes Grün,
das Augenhunger stillt.
Ganz tief hinein
in eine Welt,
die immer
größer nun
entsteht,
mit Phantasie gefüllt.
Der Blätterwald
in einem Strauch,
zeigt immer größer
sein Gesicht,
zeigt eine grüne
Farbenpracht,
die mehr und mehr
im Blick erwacht.
Die Wiese lebt
in Vielgestalt,
und klein, so klein
träumt sich der Tag;
und stapft nun
zwischen
Halmgewirr
und hält sich
an den Blumen fest.
Und hoch hinauf
lenkt sich der Flug
und setzt sich auf
den höchsten Ast;
und träumt
den schönsten
grünen Traum,
wie´s ihm
gerade passt.

©miro

Montag, 10. Mai 2010

Eigensinn

Ich sehe mich
voll Eigensinn;
gehör´ ja mir,
und niemand
sonst;
mag
nicht in fremdes
Leben flieh´n.

Ich leb´ mich
nicht für
and´re aus,
die nur
an meinem
Leben zieh´n.
Ich bin
in mir
Zuhaus´.

Bin nicht
der Angst
mehr
Untertan.
Ich setz´
mir selbst
die Krone
auf,
und blühe
voller
Eigensinn
in meinem
schönen
Leben
auf.

©miro

Sonntag, 9. Mai 2010

Die Nacht streicht wieder um das Haus

Die Nacht streicht
wieder um das Haus;
ihr Schritt
hat leichten
Schlaf geweckt.
Gedanken
fliegen ein und aus;
rumorend, suchend
nach dem Duft,
der neue Ziele
steckt.
Ein Zukunftswinter
droht von fern.
Das Herz
will in die Farbe
flieh´n;
und sucht
vergebens
nach dem Stern,
für den es lohnt
ihm
nachzuzieh´n.
Ein Klang
der Hoffnung
sucht den Raum,
der Freude
nährt
und neue Kraft.
Die Nacht streicht
wieder um das Haus
und ist so
nebelhaft.


©miro

Maiherbst

Im Nebelgrau erwacht die Welt.
Ein Frösteln schüttelt Träume ab.
Und Regen fällt mit Blütenschnee.
Der Winter winkt dem lichten Grün
mit einer blassen Hand.
In einer Trägheit brennt das Licht
und schaut nicht auf die Uhr.
In Asche liegt Vergangenheit
aus ausgehöhltem Lebenskern.
Bald brennt ein Sommer auf
der Haut und spottet
jeder Jahreszeit.

©miro

Freitag, 7. Mai 2010

Wie Samt

In einem weichen stillen Klang
legt Wärme sich auf kaltes Wort.
In einem weichen sanften Blick
taut schroffe Starrheit auf.
In einem sanften kleinen Glück
hüllt sich ein Kind geborgen ein.
- Wie Samt kann manche Seele sein.

©miro

Donnerstag, 6. Mai 2010

Nach Silberfall

Im Dunkelmond,
nach Silberfall,
huscht Licht
auf einer
Wasserhaut
und zeichnet
Bilder für
die Nacht.
Ein Fenster
schaut
in Zeit und Raum
und lüftet
die Gedanken aus,
die grauer Tag
erdacht.
Ein Feuersalamander
eilt auf Nebelwiesen
flink dahin,
und sucht das
Elfenkönigspaar,
das Perlen sät
in Wald und Flur
in grüner
Maienpracht.

©miro

Mittwoch, 5. Mai 2010

Warten

Der Regen fällt so nebelhaft.
Gedanken glauben nicht
das Grün.
In diesem wohlvertrauten
Grau liegt immer
noch ein Zauberbann
und will und will nicht flieh´n.
Selbst Träume scheinen
heller fast,
als dieser endlos graue Tag,
der wie ein Fluch
aus Marmor liegt.
Kein Kuss weckt
eine Hoffnung
auf.
klamm tastet
eine Müdigkeit
und saugt
die Freude auf.
Der Sand rinnt
in der Uhr.

©miro

Dienstag, 4. Mai 2010

Augenblick

Ein Starren wie ein Sog.
Schwarzglänzendes Oval,
blütenstaubumrandet,
mit hoffnungslos darin
schwebenden Blüten.
Abgetrennt vom Leben.
Blickgefängnis
für brennende Augen.
Aus einem Traum
schimmert Wärme.
Eine sanfte Träne
streift ein Herz
und fällt wie eine Ewigkeit.
Gold brandet auf
im Pfützenrund;
wirbelt Sterne hervor.
Verwischte Grenzen.
- Ein Augenblick!
Wie schwarzer Samt
aus Maisilber!
- Und Regen fällt
und fällt!
- Ein Augenblick!
Und die Welt
atmet auf.

©miro

Montag, 3. Mai 2010

Maitränen

Grau wogt der Himmel
über dem Land.
Er ballt sich zusammen
mit schwarzer Hand;
reißt voller Zorn
an den Zweigen
die Träume herab,
und schleudert
das Grün
in morastiges Grab.
Beweint stehen Blüten
in Weiß nebenan,
und Trauer hallt
dumpf durch
die rastlose Zeit.
Wie ein Schrei
mischt sich Kälte
in Frühlingsluft,
entreißt alle Freude
und raubt uns den Duft;
zerfetzt liegt
das Maienkleid.
Grau gehen
Menschen
mit starren Gemüt,
geduckt,
mit gesenktem
Gesicht;
verbergen
die Lebenslüge
schamrot;
die im Regen
mit Tränen
sich mischt.

©miro

Sonntag, 2. Mai 2010

Maiwelten

Vorhänge leicht und luftig,
hängt uns das Irgendwo auf.
Schwer summt das Volk
der Insekten
schwelgt trunken
im Blütenlauf.
Es wispert in Gräsern
und Sträuchern,
wo Elfen zuhause sind.
Ganz leis raunt der Bach,
und ein Glucksen
stört glänzende
Fischleiber auf.
In Kreiseln tanzt
auf dem Strome
die Sonne
in Ringeln ein Spiel.
Tief klingen die Glocken
im Dome,
ganz schläfrig und
voller Gefühl.
Selbst Häuserzeilen vibrieren
und atmen das Sonnenlicht ein.
Auf staubigen Straßen
und Plätzen
flirrt Frühling;
malt ein Herz in die Luft.
Sogar der Lärm und die Enge
gewinnt einen eigenen Duft.
Träume so selbstvergessen,
tauchen ein in den Wind.
Ein Tanzen spielt mit den
Düften.
Und schwebend,
in Farben so weich,
lacht schelmisch
das Frühlingskind.

©miro

Freitag, 30. April 2010

Der Tanz der Mutter

Die Erde hat sich aufgetan
und schürt ein Feuer hexenhaft.

Die wilde Mutter tanzt!

Sie tanzt in loderndem Gewand.
Sie tanzt aus Urgrund,
den sie spürt;
sie wirbelt sich im Feuerzorn,
weil ihr das Herz entflammt.
Die Weisheit einer jeden Frau,
will wecken sie mit heißer Glut,
verströmt dabei ihr Feuerblut.

Die wilde Mutter tanzt!

Will lehren ihre Kinder nun
mit einem Feuerzeichenmal,
mit Beben und mit tiefen Schlund,
daß sie erhält das Leben.
Will Menschen lehren
den Respekt vor aller Schöpfung,
die sie trägt,
bis in die kleinste Spur.

Die wilde Mutter tanzt!


©miro

Traumesspur

So angepasst ist diese Hast
aus festgemauerter Kultur.
Der fremdgesetzten Ziele Pfeil
bohrt tief sich in den Seelenflug,
bis jeder Flügelschlag erliegt.
Erfolg aus vorgeformter Norm
soll eine Himmelsleiter sein.
Und doch wird er zum Hamsterrad,
und dreht sich um so schneller nur,
je mehr man sich verbiegt.
Und eine Lüge spendet Trost,
die sich geschickt als Wahrheit tarnt.
Dem Kinderherz bleibt Ahnung nur
auf fast verwehter Traumesspur.

©miro

Donnerstag, 29. April 2010

Geliebtes Land

Gefangen schon seit
einer Zeit,
die wohl die ersten
Träume stahl.
Ägypterhaft
schaut manch´ Gesicht,
das immer noch Moloch
verehrt;
durch sieben Plagen
unbekehrt.
Und Pharao verliert
sein Kind;
und schreit hinaus
die erste Wahl;
die nun in eine Wüste
flieht.
Das Tal der roten Tränen
löscht wohl wieder aus
Verfolgerschar
in großer Flut.
Die Träume flieh´n
in Tag und Nacht;
in Feuer und in Rauch;
und eine Sehnsucht
brennt so sehr
in eines Schiksals Hauch.
Die Speise scheint
so mager oft,
die da vom Himmel
fällt;
man betet an
das gold´ne Kalb;
weil in der Wüste
vieles fehlt.
Geliebtes Land
erscheint oft fern;
wann führt
zum Kinde
wohl ein Stern,
der ungezählte
Himmel schenkt.

©miro

Mittwoch, 28. April 2010

Graumond

Verwunschen blinkt
ein voller Mond
aus einem Nebelland.
In einer Sage
braust ein Traum
aus einer Phantasie
vom Glück
und Durst nach Seligkeit.
Ein runder Tisch
in dunklem Saal
winkt bleich
und voller Einsamkeit.
Die Helden
sind hinweggeilt
zu suchen
nach dem Gral.
In weißen Schatten
spinnt der Wind
wohl eine Ritterschar.
Hohl ruft die Nacht
die wilde Jagd
und blind fliegt
sie ins Grau.
Die Wirklichkeit
vergisst den Traum;
und schmeckt die
Aschenbitterkeit
in einem
öden Weltenraum.

©miro

Montag, 26. April 2010

Wolkenwindungen

So säulenartig groß
erhebt das Wolkenreich
sich mächtig in die Luft.

Fast wie ein Flaschengeist,
der Märchen uns
verspricht,
ballt sich in grau
und schwarz und weiß
ein Traum am Firmament.

Woher kam wohl
der Zauberspruch,
der auf dem blauen
Himmelstuch
bewegte Bilder malt.

In Frühjahrsschwere
taucht die Welt;
versinkt in
nebelschwerem Lid,
löscht Tag und
Wirklichkeit,
und sinkt in Schlaf
den Wolken gleich.

Ein Nebelstreif
vergisst das Sein,
in weichem Frühlingsdunst.
Er folgt der Wolkenwindungsspur,
die eine Wendeltreppe fügt,
für ihn, für ihn allein.

©miro

Samstag, 24. April 2010

Roter Schatten

Noch atmet nicht das Sein.
Durch rotes Dunkel klingt
und schwingt ein Leben
fremd und lockt.
Ein roter Schatten
wächst heran;
er fließt und spürt
den Lebensfluß
in den er eingetaucht.
In Wogen ahnt er eine Welt
und fühlt den Körper,
der erwächst
und Festigkeit gewinnt.
Es träumt ein rotes
Lichtermeer,
das fester sich
zusammenfügt,
von einer Reise
in die Zeit,
in blaues Licht gehüllt.
Es träumt vom
warmen Sonnentanz
und von der Sterne
Lichterglanz.
Es träumt ein Körper,
der noch wird,
von Freude und von
Körperglück.
Er träumt von
Grün, das um ihn ist,
er träumt von Erde
und von Fels.
Er träumt von
vielen Bildern.
- Und weiß;
er träumt es nicht allein.
Und bald schon
naht sich eine Zeit,
da wird er nicht
mehr Schatten sein...

©miro

Freitag, 23. April 2010

Wenn

Wenn Fingerkuppen Augen sind,
dann malen sie für Dich ein Bild,
das Deine Seelenfarben trägt.

Wenn Dich der Klang nicht mehr erreicht,
sind Aug´ und Haut das Instrument,
für Deine Seelenmelodie.

Wenn Dir das Leben nimmt
den Duft und Deine Zunge Leere schmeckt,
gibt Licht und Klang Dir das Gefühl,
das Deine Lebensgeister weckt.

Wenn Dir Dein Gleichgewicht versagt,
dann stützt Verstand, mit jedem Sinn
die Richtung,
die Dein Leben wählt.

Doch wenn dem Mensch,
das Menschsein fehlt,
was ist es wohl,
was er dann wählt?

©miro

Donnerstag, 22. April 2010

An Seidenfäden

An Seidenfäden träumt die Nacht,
und spielt mit der Vergänglichkeit.
Der Schlaf bricht auf zu großer Fahrt.
Und zwischen Tag und Traum,
huscht durch die blaue Silberwelt,
wohl mancher stille Gast.
Er ruft so leise, kaum gehört,
und kaum ein Echo klingt
im Licht,
das seinen Namen nennt.

©miro

Das Feld der Ehre

Grün reiht sich Halm an Halm.
Kühl weht der Wind.
Ein Echo malt ein Bild.
Im Sommer wird sich
wiegen der Ähren
schwere Last,
auf sonnengelbem Feld.
Im Herbst fegt wohl
ein sanfter Wind;
und Kinderlachen fröhlich;
wirft Drachen in die Luft.
- So staubig ist die Straße;
und bitter beißt die Trockenheit
vergang´ne Lebenslust.
- Ein Weg im Frühlingsmorgen
spürt ungeahnten Durst;
und sieht die Felder gleiten;
sieht Tränentau an jedem Halm;
sieht, was er vorher
nicht gewußt.

©miro

Dienstag, 20. April 2010

Nachtgesichtig

Der Tag hat Frühling
ausgestreut.
Die Sonne deckte Kälte zu.
Und früh am Abend kam
der Schlaf.
Ganz milchig fahl
Erwachen schreckt.
Ich möcht´ so gerne
Frühling sein.
Ein Aschenregen
aus dem Traum
klebt nass
auf meiner Haut.
Ich sauge Wärme
in mich auf;
will Hoffnung
in die Zukunft
sä´n;
will nicht
mit bleichem
Nachtgesicht
den neuen
Tag
angeh´n.

©miro

Montag, 19. April 2010

Ein Lachen in der Nacht

Es zog der Tag die Stirne kraus,
und regnete viel Müdigkeit.
Ich schlüpfte unter Morpheus
Dach
und zog die Decke über mich.
- Doch als die Geisterstund´ vorbei;
da zwickte mich ein kleiner Schelm
und ich verließ mein Nest.
Der Sandmann hatte gut gestreut
gar viele Körnlein in mein Aug´.
Ich reckte und ich streckte mich,
und fühlte mich so ungelenk.
Da hüpfte ein Kaninchen vor
und lockte mich ins Spiegelreich.
- So lang war´n plötzlich
meine Ohr´n; die Haut
- ein kuscheliges Fell
- und was zuvor die Trübsal blies;
das zeigt´sich als ein Mümmeln nun;
mit dem ich sehr beschäftigt war.
- Da lachte laut mein kleiner Schelm,
und zwickt mich in mein Ohr:
" Mach´nicht so ernst und wichtig Dich!
Das kommt mir albern vor!"

©miro

Sich verdingen

Ein altes Wort,
heut´ ungewohnt,
sagt mehr als mancher
Sprachbegriff,
der Menschenwillkür schönt.
- Ein Mensch macht
sich zum Ding. -
- In seinem Überlebenskampf
setzt er sich einer "Sache" gleich,
die der, der besser "situiert",
nach Lust gebrauchen kann.
- Und mit dem Lauf der
heut´gen Zeit
füllt sich gar mancher
"Warenkorb"
mit vielen "Dingen" an.

©miro

Samstag, 17. April 2010

Aschensonne

Das Grün wirkt anders,
als vertraut.
Der Himmel ist so grell.
Fast wie im Traum
zieht sich dahin,
der eingeschlag´ne Weg.
Wie leergefegt das Firmament,
wo sonst die Karavanen ziehn,
aus Fliegern ohne Zahl.
Im Blau die Aschensonne strahlt;
brennt auf den Frühlingsfluss.
Und eine Müdigkeit kriecht hoch,
verharrt am Ufer, wie gebannt,
und schaut auf´s Wellenspiel.
Und eine Krähe pickt voll List
die Beute aus dem Spinnennetz.
Sie stört die Aschensonne nicht;
schaut triumphierend keck.
Wie schwarz sie ist;
es glänzt ihr Blick:
Was weiß der Mensch
vom Weltgeschick?

©miro

Freitag, 16. April 2010

Traumwunsch - Wunschtraum

Noch liegt der Tag
in schwarzen Wolkenbetten.
Aus ungezählten Vogelkehlen
schallt ein Ruf.
Ein Traum noch
will die Nacht erhellen;
und auch die Stille
eines Friedens
möchte Dir erzählen;
daß Du Ihr fehlst,
und sie Dich sehnlichst sucht.
Die Worte malen Bilder
in die Träume,
daß Bild und Traum
in Müdigkeit sich mischt;
ein Herzschlag dringt
in unbekannte Räume;
und hörst Du ihn,
dann bringt der Tag
ihm Licht.

©miro

Das versteckte Lächeln

Hinter den Wolken
hat sich ein Lächeln versteckt.
"Spiel´ mit mir!"
"Wozu?" höre ich mich sagen;
"Ich bin müde."
Nun liegt es auf den Lippen.
"Spiel´ mit mir!"
Es vibriert ein wenig;
störend fast.
Ich will es in den Kopf
schieben, dahin,
wo die Wolken sind.
"Gefunden!" lacht es;
und kitzelt mich.
"Alter Brummbär!"
Und ich freue mich.
"Spiel´ mit mir!"

©miro

Donnerstag, 15. April 2010

Zusammenrücken

Die Augen waren graugewölkt;
der Himmel war verhangen;
so saß ich abgeriegelt da.
Hab´ wohl gelüftet mein Gemüt;
hab´ mich bewegt;
so wie gewohnt;
auch wenn sich sonst
nichts regt
- und doch -
Ich sagte mir:
"Die Müdigkeit,
die Dich so lang begleitet
schon, die braucht nun
eine Seelenrast;
Du findest schon,
wie es dann wieder passt."
- Mein Sohn rief an;
wir hatten Zeit;
und plötzlich war
die Sonne da;
so, wie schon lang
sie nicht mehr
schien.
Wir waren uns so nah.

©miro

Dienstag, 13. April 2010

Strahlenfeuer

In einer Träume Nacht,
bricht Freude aus dem Nichts
und tanzt sich einen Raum voll Pracht.

Es schwirren alle Sterne
und Sonne scheint wohl
eine Bahn in die ersehnte Ferne.

Ein Licht lacht eine Ewigkeit,
singt fort den Nebelhauch;
in Strahlenfeuers Leichtigkeit.


©miro

Gleisfluss

Geschiente Fahrt auf blanken Kufen
und Schwellengitter ungezählt,
wie Zäune sie am Boden liegen;
so weit, so weit durch diese Welt.

Und wie auf Saiten gleiten Züge,
in einem seltsamen Akkord;
und leis´ raunt´s niemals zu genüge;
nur weiter, weiter, immerfort.

So endlos zieht sich hin die Straße,
aus Schienen, die kein Auge mißt.
Metall malt Bilder auf die Erde
so weit, so weit, bis Du vergisst.

Maschinen treiben an die Räder,
in wilder, ungestümer Kraft.
Und kennen tausend Technikväter;
nur weiter, weiter, fortgeschafft.

Das Denken folgt den Schienenspuren,
träumt in den Bildern, in dem Klang;
und mag wohl Freiheit in sich spüren,
so weit, so weit, die Welt entlang.


©miro

Montag, 12. April 2010

Die Aprilwetterhexe

Die Wetterhexe fliegt heut´ weit,
will zeigen uns ihr neues Kleid,
das sie aus feinstem Grau gewebt.
Sie kichert leis´: Das passt fürwahr
zu meinem schönen grauen Haar,
das nun in Perlensträhnen fegt."
Die Röcke flattern wild umher;
sie schwimmt in einem Wolkenmeer.
Ihr Besen hat das Grau geritzt;
nun stürmt und donnert es verschmitzt;
und grelle Blitze zucken;
vor welchen wir uns ducken.
Ein Krähenfuß in Pfützen tritt
und blickt verwundert auf.
Ein Wasserguß von oben fällt,
und trifft auf den, der´s nicht bestellt,
und nimmt ihn übel mit.
Ein kohlpechschwarzes Auge blinkt;
und gellend lacht die Wetterhex´:
"Heut gibt´s April zuhauf !"

©miro

Sonntag, 11. April 2010

Wolkenmalerei

Das Wasser läßt den Atem frei;
auch Feuer lebt nicht ohne Luft.
Ist es Gedankenspielerei,
was an des Himmels Rund,
so sonderbare Formen malt?
Der Rauch ist erdhaft noch bewegt;
er ist uns näher, als das Blau,
das sich aus Luft und Wasser regt.
Der Wärme Sehnsucht zieht im Rauch;
und auch, was uns das Herz verbrennt;
und heimelig steigt er auch oft,
aus unsren Häuserbauten auf.
Er ist so anders als der Dunst,
den Feuchtigkeit in Lüfte treibt;
er bleibt begreifbar uns´rem Herz.
Wie Träume schwebt das Wasser auf,
und ballt gewaltig sich und hoch;
malt Nebelreiche in die Luft;
und läßt Gedanken weiten Lauf.
Malt Bilder für die Phantasie,
malt Freud und Leid ans Firmament,
aus grenzenlosem Zeitenfluss,
der Ewigkeiten eint.


©miro

Freitag, 9. April 2010

Wortfische

Im Bildersee glänzen sie auf.
Sie tummeln sich im Sprachengrund.
Bei Freudensonne springen sie
mit Schnalzen in die Luft.
Im Seeleneis klopfen sie an,
man hört ihr Warnen kaum.
Im Kummer schwimmen sie
zuhauf, weil man Dir wehgetan.
Die Liebe macht sie wunderschön;
sie zieh´n im Traum dahin.
Ein jedes Denken nährt ein Bild,
bis auch das letzte Wort erfüllt.

©miro

Küsse so tief

Da war ein Glitzern
in den Augen,
ein wohlvertrauter
Schelmenblick.
Die Lippen
schwiegen tausend Worte.
Dein Kopf,
er warf sich leicht zurück,
als ob ihn Deine Locken
störten;
doch Lügen strafte
ihn Dein Mund;
wir wußten,
daß wir uns gehörten,
und sei´s auch nur
für diese Stund´.
- Wir lebten als ob´s
gäb´ kein Leben -
weder davor und
noch danach.
- Wir tranken gierig
uns´re Körper,
in einem Durst,
der endlos schien.
Ein Beben toste durch
den Körper und hallte
in den Küssen nach.

©miro

Mittwoch, 7. April 2010

Zwei Tränen

Zwei Tränen fallen
sanft, so sanft
in Deine leergeweinten
Augen.
Ein Lied summt Dich
in tiefen Schlaf.
Zwei Hände halten
fest die Deinen,
und malen Träume
in Dein Herz.
Ein Blick fängt
Deine Seele auf,
und wiegt Dich
zart, so zart
in eine neue Welt.

©miro

Dienstag, 6. April 2010

Ausgewacht

Der Schlaf schlägt
seine Decke auf,
wie immer,
um die gleiche Zeit.
Ein Rest von
schönem Traum
verblasst.
Die Müdigkeit
zieht ein Gesicht,
denn eigentlich
darf sie noch
ruh´n.
Der Körper
hat sich
angepasst,
an einen
Alltag,
den er kennt.
Es flattert
der Gedankenschwarm
fast krähenhaft
in diesen Tag,
den nun
ein Achselzucken
grüßt.

©miro

Leerlauf


Gedanken ziehen träg dahin,

was sollt´ ich denken auch.

Ich geh´ vorbei am Frühlingsbunt;

spüre die Sonne im Gesicht;

der Tag ist freundlich,

und mehr nicht.

Ich suche heute nicht

nach Sinn;

und trotte einfach

so dahin.

Die Wünsche

hab´ ich ausgesessen;

es geht mir gut;

ich hab´ mein Essen.

Auch sonst genug;

damit es langt.

Da ist nicht viel

vor dem mir bangt.

Ich decke meine

Seele zu und hoffe sehr;

sie gibt bald Ruh´.

©miro

Montag, 5. April 2010

Koboldhaft

Ruhelos die Wolkenschar
und Fetzen ziehen irr
durchs Blau,
zu einer schrillen Melodie.
Die Sonne scheint fast geisterhaft;
ihr Strahlen schneidet
messergleich
so manchen Frühlingstraum
entzwei.
So eisig tanzt der Wind
und hallt in einem
dumpfen Grau,
das pochend,
angstvoll bebt.
Verstümmelt,
oft die Blüte liegt
in aufgewühltem
Erdengrund.
Am Scheideweg
grinst grell
und wirr
und fratzenhaft,
wohl eine dunkle Schar.

©miro

Sonntag, 4. April 2010

Authentisch

Ein Schmetterling
fliegt sehr bestimmt;
wir sehen nur nicht
seinen Weg;
weil er, in voller
Sicherheit,
den Blumenträumen
folgt.
Er läßt sich füllen
mit dem Glück,
das leicht
ihn durch das
Leben trägt;
fliegt unbeirrt
den Zickzackkurs,
auf den sein Herz
ihn führt.

©miro

Samstag, 3. April 2010

Du hast gespielt mit mir

Du hast gespielt mit mir.
Ich spüre noch den Flügelschlag,
der Deine Einsamkeit vertrieb.
Du hast gespielt mit mir.
Da ist der Hauch von Ewigkeit,
der Dich so frieren ließ.
du hast gespielt mit mir.
Da ist noch dieser Augenglanz,
den Freude mir geschenkt.
Du hast gespielt mit mir.
Da ist noch diese Bitterkeit
aus einer Tränenspur.
Du hast gespielt mit mir.
Da ist noch dieses Zartgefühl,
das mir so fremd erscheint.
Du hast gespielt mit mir.
Da ist noch eine Traurigkeit,
die Dich so sehr vermißt.
Du hast gespielt mit mir.
Da ist noch immer diese Welt,
die einen Traum erzählt.
Du hast gespielt mit mir...

©miro

Donnerstag, 1. April 2010

Nebelbahn

Zwischen Fenstern
hell und schwarz
glänzt die Nebelbahn.
Fern der Schwere
und der Welt,
fällt die letzte
Spur ins Nichts.
Träume suchen
neues Land,
fern von Wissen
und Verstand,
folgen sie
der Perlenschnur,
die ein Lied
erfand.

©miro