Freitag, 29. Juli 2011

In die Träume





Regenstaubiger Alltag.
Dumpf dröhnen die Motoren.
Gedanken breiten Flügel aus.
Folgen der Bahn.
Rosa prickelt in Silberweiß.
Bahn freigegeben!
Auf in die Träume!

©miro

Donnerstag, 28. Juli 2011

Zwei Türme


Geisterstunde im Fluss der Zeit.
Hochragendes Stundenglas aus Sand.
Beleuchtete Blätter der Vergangenheit.
Papierschiffe der Gedanken, eulenhaft.

"Am Anfang war das Wort".
Zerriebene verlegte Bücher.
Zwei Türme in nagender Phantasie.
Märchenhafte Träume unter Wolken.

Bernsteinflut der Gedanken.
Ziegelrot und quarzgeformt.
Geisterstunde.
Zeithaft - Zeitlos.

"In Tempelhof weist ein Sand-Leuchturm den Weg

Dem Tempelhofer Hafen geht ein Licht auf: An der Spitze der Westmole weist von diesem Mittwoch (19.07.) an ein sechs Meter hoher Leuchtturm aus Sand den Besuchern den Weg.

Eine ganze Woche lang haben "Carver", wie die Sand-Bildhauer genannt werden, an dem Kunstwerk gearbeitet, über 50 Tonnen Sand wurden verbaut.


Herausgekommen ist dabei ein«echter» Leuchtturm: Die Skulptur ist mit einer Lichtinstallation ausgestattet, die im 7-Sekunden-Takt Signale sendet. Besucher des Tempelhofer Hafens können den Leuchtturm noch bis September bewundern.


Die Idee für das Kunstwerk stammt von dem Düsseldorfer Benno Lindel, der mit seinem Team seit 14 Jahren Sandskulpturen in ganz Europa baut.
Quelle: dpa" - Ergänzung zu Foto und Gedicht: Im Hintergrund steht das ehemalige Gebäude des Ullsteinverlages.

©miro

Dienstag, 26. Juli 2011

Manchmal - Schatten


Mürrisch, verschroben sitzt ein Trotz
auf einem roten Sandsteinthron
und denkt mit patzigem Gesicht:
"Ich kann mich heute freuen nicht!"
Es schleicht ein wohliges Gefühl
in ihm herum: "Es ist zu schwül!"

Die Sonne lacht so grell und heiß;
er sucht den Schatten,
denn er weiß:
"Der Augenwinkel Müdigkeit
wird mir verzerren jederzeit,
ein schattenfreies, leichtes Glück!"

In Schatten lehnt er sich zurück:
"Wie gut, daß ich nichts unternommen!
Es wäre mir nicht gut bekommen!
So knorrig schmerzt mir das Gelenk,
das sicherlich ein Gottgeschenk!"
Die dunkle Brise tut ihm wohl...

Verschränkt wie ein Paket
er lauert;
auf jedes kleine Ungemach.
Und mit den schräg
gespitzten Ohren
lauscht er den Vögeln -
unverfroren.....

©miro

Sonntag, 24. Juli 2011

Auf den Punkt



Verwirrt bist Du dem Wind entfloh´n.
Dabei hast Du doch viel gedacht,
die Dinge auf den Punkt gebracht;
viel mehr, als nur in Siebenzahl.
Das schwarze Zählen tut nicht gut
;
es löscht das liebevolle Rot;
ein Windstoß nur und Deine Welt
gerät in allerhöchste Not.





Du schaust nicht über Tellers Rand;
verkriechst Dich unter Deinem Schild.
Die Beine fast verheddern sich,
beirrt, wie Du nun bist.
Du trägst versteckt ein Flügelpaar,
das Dich an schönste Orte trägt,
doch ohne Sonne um Dich her,
wird es von Dir verschmäht.

Erhebe Dich, Du kleines Ding
und schwirre zu der Wiese Rain;
tanke Dich voll mit Blütenduft
und lasse Deine Sorgen sein!

©miro

Samstag, 23. Juli 2011

Andermond



Andermond, so hell am Morgen.
Andermond, mit Deinem Stern.
Andermond, nach grauen Tagen.
Andermond, was willst Du sagen?

Träume irrten durch das Dunkel.
Träume, ohne jedes Licht.
Träume, grau und augenmüde.
Träume, die mich besser fliehen.

Ob die Ängste nun wohl weichen?
Ob die Zeit nun wieder lacht?
Ob die Augen wieder strahlen?
Ob ein neuer Traum erwacht?

Andermond, so hell am Morgen.
Andermond, mit Deinem Stern.
Andermond, nach grauen Tagen.
Andermond, was willst Du sagen?


©miro

Freitag, 22. Juli 2011

Von oben



Von oben fällt so viel an Nass
und unter meinem Wegefuß
Platanenrinde knirscht.
Es geht zur Arbeit und der Wind
fegt tropfennass den Schirm fast fort
und grinst mir blätterpeitschend frech
dazu noch ins Gesicht.

Die Wolken sind rund um mich her,
bedecken mich mit Tantenkuss,
fast so, als ob ein Kind ich wär´.
Ich ziehe meine Stirne kraus;
von überall kommt Wasserschwall
und Reifen rudern auf Asphalt.

Ich bin fast blind von dem Gewäsch
und stürme schnell die Treppen hoch.
Ein Pudelschütteln gibt mir Luft.
Kaum hab´ ich abgelegt den Guß
und schau´ mich um an meinem Platz;
da lacht mich an ein rosa Schatz!

Der Kaffee dampft; der Morgen lacht.
Ein Blumenstrauß ist mir ein Gruß.
Von liebevoller Hand gebracht;
steht er so wunderschön,
auf diesem Tische nun.

Ich muß ein Foto machen jetzt!
Doch einfach so geht das wohl kaum.
Da habe ich ihn hingestellt;
so vor mich hin.
- "Von oben" habe ich gedacht...

©miro

Mittwoch, 20. Juli 2011

Löwenmaulfeuer



Rotfeuer lodert aus Grün
und zerbeißt den Schleier.

Blühprächtige Blütenkerzen
sonnenbetört,
küssen die Augen satt.

Löwenhafte Bühne im Beet.
Feuertropfentanz!
Löwenmaulfeuer!






©miro

Dienstag, 19. Juli 2011

Der hölzerne Blick



Zeitzerrissen ins Leben geschnitzt.
Blicklose Astaugen und doch so suchend.
Aufgestützt das Haupt einer Frage.
Vobeigebrannt das Leben.
Verwaschen die Zeit und vertrocknet.
Eine hölzerne Wärme, die auch den Winter kennt,
erzählt dem Himmel eine Geschichte
- an Dir vorbei...

©miro

Sonntag, 17. Juli 2011

Lichtgestalt



Kaskaden aus Wasserspiel.
Gleißende Sonnenfunken.

Symbolischer Lebensbaum.
Zweifach gespiegelt.

Innen und Außen.
Wasser und Licht.

Hermetischer Halt.
Erdhafter Mensch.


©miro

Samstag, 16. Juli 2011

Roter Sonnenhut



Gut, daß die Sonne wieder scheint.
Die Lebensbahnen leuchten auf.

Die Augen saugen Farbe
schon fast insektenhaft.

Ein Rot aus Heilkraft
legt sich sanft
ins irgendwo.

Gedankenflug summt Wärme
und tankt den müden Körper auf.

©miro

Krähenmarsch



Der Jugendspelz klebt hier und da,
doch vorwärts strebt Dein Sinn.
Dein Auge blinkt; Du hebst den Fuß
und Freude gibt den Takt Dir vor.
Ein Marsch aus Neugier und
aus Glück
beschwingt die Welt um Dich herum.
Ein Schnabelhieb
in blaue Luft
wirft uns ein Lächeln zu.

©miro

Freitag, 15. Juli 2011

Krähenurlaub




Ungelegen kommt der Sommer,
verwaist so mancher Mußeort;
doch manche finden nun Vergnügen
und lagern voller Eleganz
nun da, wo sonst die Menschen liegen.

Erholsam ist die Sommerruhe
für eine kecke Vogelschar,
die elegant den Platz erobert
und zeigt sich nobel in der Frische -
ein Krähensommer, wunderbar!

Wie schön, daß keine Menschen
stören; man unterhält sich sehr
gescheit und lobt das Leben,
welches gnädig, der Krähenschar
gönnt Urlaubszeit.

©miro

Dienstag, 12. Juli 2011

Rosenflecken


Fast wie ein Strauss,
dem Sommer gleich,
der regenfleckig uns
beglückt, prangst Du
mit einer vollen Last.

Du duftest, wenn der
Regenguß der Sonne
weicht und lockst
wohl manchem Blick,
ein Lächeln vor,
wenn er verweilt.

Verunglückt wirkst
Du irgendwie, mit
Deinen Sprenkeln
bunt gestreut;
fast so, als ob ein Kind,
mit einer Krankheit
träumend ruht.

Ein kleiner Schalk
er plustert sich
und schwingt sich
hoch empor;
singt schelmenhaft
dem Wettergott,
fast wie ein Spatz,
ein Lied ins Ohr.

©miro

Sonntag, 3. Juli 2011

Einblick



Ein Hauch von Kalt
mehr wiegst Du nicht.
Doch Deine Augen scheinen groß,
fast viel zu groß für diese Welt.
Nur den Moment regst Du Dich nicht
in dieser Riesenhand.

Dein Grün ist fern und Deine Schar,
die braun wie Du, mit großem Blick,
ein Wimmeln zaubert überall.
Was mag es sein, das euch so drängt;
mit Eile euch erfüllt, die doch so ziellos
scheint.

Ich sehe eine and´re Hand.
Doch kleiner ist der Blick darin.
Viel kleiner ist das Grün.
Ein heißer Hauch, mehr wiegt
er nicht; läßt Welten
weiterzieh´n.


©miro

Freitag, 1. Juli 2011

Flügelschlag zwischen Welten



Ein Staunen streift die Wasserwelt
und tastet sich von Blick zu Blick.
So riesenhaft und klein zugleich.
Gewohntes sträubt sich und
ein Bild wird aufgenommen
als Vergleich.
Die Wahrheit zieht mit Flügelschlag
im Wasser hin mit großer Kraft.
Und oberhalb so sicher
ein Vogel, dem das Bild vertraut.
Verständig zieht auch er die Bahn
und denkt nicht an den Flug...


©miro

Dienstag, 28. Juni 2011

Wüstentraube



In Stein erstarrt
ganz Mund geworden
lechzt die Wüste Mensch
nach dem Wein der Lust.

Taube Trauben scharen
sich um das Glück
und verdursten
im Wasser des Lebens.

©miro

Freitag, 24. Juni 2011

Zentaurisch


Zentaurisch springt der Wettergott
wohl um mit seiner Macht.
Er schlägt mit Sonne und mit Nass
ganz wahllos lüstern zu.

Er lockt mit Sonne in den Tag,
dann sticht er eine Wolke an;
man fragt: "Was soll denn das?"
- Und zeigt sich recht "verschnupft"...

Ein Pferdefuß recht häufig trifft
und zeugt gar manches Zipperlein.
"Oh Wettergott; laß´ das doch sein!"


©miro

Sonntag, 19. Juni 2011

Froschmoment


Hoch ragt das Schilf
in dieser kleinen Welt.
Ein ungekröntes Grün
zeigt Augenblick.
Es will nur sein,
nicht Prinz,
noch sonst ein Bild,
das menschgemacht.
Ein grünes Lebensspiel,
nur dem Moment
verschrieben, ganz.
Ein Glanz,
der leuchtet ohne Gold.
Ein Wassertraum
erfüllt ein Leben froh;
so achtsam
und doch unbedacht.

©miro

Samstag, 18. Juni 2011

Versteinerter Prinz


Versteinert noch bevor Dein Traum
den Prinz gebar den Du gewünscht.
Die Wiesenglocken ohne Laut.

Und in der Kehle fest der Wunsch,
den nicht einmal der Stein aussprach.
Kein Gold, kein Weg, kein Brunnenrand.

Ein ungedachtes Märchen träumt
von einem Leben ohne Stein.
Nicht eingefügt in eine Tür,
die niemals Du durchschreiten
wirst.

Die gold´ne Kugel fällt umsonst
in einen tiefen Brunnenschacht.
Versteinert bist Du, unerwacht.

©miro

Donnerstag, 16. Juni 2011

Gemausert



Knopfaugen schauen aufgewacht
in einen Tag der anders träumt.
Beendet ist ein Stück der Nacht
und Bilder werden aufgeräumt.

Possierlich schaut die graue Maus
in helles Licht und greift nach mehr.
Gedanken flirren innerlich. -
So lange, ach so lange her...

Gemausert hat sich manches Bild.
Es ist noch scheu getraut sich kaum.
Und greifbar wird ein Stückchen Welt
und lebt und lebt und lebt...


©miro

Mittwoch, 8. Juni 2011

Sommerlachen koboldhaft

So koboldhaft und schelmisch frech
hat kaum ein Sommer mich begrüßt
.
Kein Bild blieb wohl am alten Ort.
Für alles steht ein neues Wort
voll Sommertrunkenheit.

Was in Erinnerung gebannt,
lacht keck und frisch auf eine Art,
die so
ich nicht gekannt.
Ein Sommerkind zwickt lachend
mich und lockt in einer vollen Pracht.

Ein Staunen blüht so prangend rot
und taucht mich ein in einen Traum,
den ich so anders hab´ geträumt
aus einem hingeworf´ nen Blick,
der nun, wie sonderbar,
in Fülle neu erblüht.

Ein Sommer scheucht den alten Herbst;
wirft Blütenblätter auf den Weg
und taumelnd wie ein Schmetterling
trink´ ich an einem Kelch mich satt,
der mir so fern erschien.






©miro

Montag, 6. Juni 2011

Flieger

Silberschatten huschen vorbei.
Blau geprägter Himmel hinter Glas.
Stadtstaub im Blut.
Fliegender Traum.
Tragflächen aus Engeldunst.
Quecksilbrige Benommenheit.
Sonnensatt.
Flieger.





Mensch in Fahrt.
Brückenleben.
Berlin.
Luftbrücke.
Rosinen im Hirn.
Metallgeschmack.
Staubtränen
und verwischtes Lachen.
Flieger in Fahrt irgendwo.


(Aufnahme aus einer fahrenden U-Bahn in Berlin auf das Fliegerexponat des Technikmuseums in Berlin)


©miro

Freitag, 3. Juni 2011

Aus einer fernen Gegenwart


Aus einer fernen Gegenwart
fallen Bilder in die Sonne.
Sie blenden die Freude
mit der Traurigkeit
des unmöglichen Traums.

Unter ungehofftem Grün
ziehen rote Schmerzfäden
dahin.
Heiß und rot wie Mohn
blüht ein Kummer,
der frösteln macht.

Wie ein Kornfeld vor dem Hagel
lauschen die kleinen Haare
der Haut zitternd
der brütenden Stille,
die fast schreit.

Ein lebendiger Tod
greift in die Zukunft
und atmet Tränen.
Atemzug für Atemzug
zieht sich das Leben hoch.

Ferne Gegenwart.


©miro

Donnerstag, 26. Mai 2011

Traumbahnen





Ein Lidschlag aus Licht.
Wie eine Brücke aus Irgendwo.
Ein Traum zieht eine Bahn.
Fällt in mich hinein.
Der Augenblick nach innen.
Graulicht - Traumbahn.
Und alles Hoffnungsgrün
will fliegen.
Traumbahnen im Innen
und Außen.

©miro

Samstag, 21. Mai 2011

Rippen


Die Phantasie weißer Wolken
in der Wirklichkeit
schenkt keinen Halt.

Wirksamer ist da
etwas Festes
in der Phantasie.

Wenn Phantasie weiß
ist, wirkt sie haltlos
und unwirklich.

Wolken wissen nicht,
was Halt gibt und wirkt.
Phantasie eben.

Eben die Phantasie,
die keinen Halt gibt,
wie man weiß.

Unwirklich wird
das Leben haltbarer,
trotz der Wolken.
Phantastisch!

Weiße Wolken,
Rippen, Phantasie.
Wer weiß?
Halt! - Wirklich!









©miro

Mittwoch, 11. Mai 2011

Urzeitnebel





Im Hitzeschatten still
versteckt
grünt eine and´re Zeit.
So fremd der Wuchs
und doch vertraut.

Wie Urzeitnebel
scheint der Dunst,
der künstlich hier
versprüht.
Und farngewaltig,
federhaft, schwingen
sich Wedel leis.

Rundum ein Rhododendronhain,
der diesen Urzeitnabel faßt.
Ganesha wacht bei einer Bank
und wirr die Sonne lacht.







©miro

Donnerstag, 5. Mai 2011

Grüngnome




Grüngnome

Die Frühlingssonne lockt ganz sacht.
Aus schwankend Torfgrund ragt die Schar
und raunt und wispert in der Au.
Ein jeder Schopf zählt hundert Jahr´
und wurzelt schilfig grün.

Die Sonne flirrte heiß am Tag.
So hörte ich ihr Locken wohl
und setzte keck mich auf ein Haupt.
"Wir sind so alt; was neckst Du uns?"
So tönte es aus tiefem Grund.

"Ich neck´ Euch nicht; will wissen nur,
woher Ihr kommt und wer Ihr seid."
Die Sonne stimmte friedlich sie
und leises Murmeln klang herauf
in einer Sprache unbekannt.

"Vordem war Wasser hier und Glanz.
Die Erlen beugten sich vor uns.
Wir waren eine Geisterschar
und tanzten auf dem Spiegelsee."

"Das Wasser wich; wir hielten stand.
Der Mond hielt über uns die Hand." -
"Nun stehen wir verzaubert hier
als stille Hüter dieser Welt,
die einst so anders war."

"Grüngnome werden wir genannt;
fast niemand lebt, der uns gekannt." -
"Wir träumen oft im Sonnenlicht; komm´
mit, wir führen Dich ganz still
in Welten, die Du nie gekannt."

Ich schwieg und folgte ihrem Ruf.
Ein Traum schlug mich in tiefen Bann.
Und Mondenringe glänzten auf.
Und seltsam wiegte mich der Wind.

- "Doch nun steh´ auf!"
- "Zieh´weiter nun!"
- "Ein Blick nur wurde Dir gegönnt!"
- "Spür´ festen Boden unter Dir!"
- "Du hast noch viel zu geh´n!"
- "Doch wenn Dein Weg Dir einmal schwer,
dann werden fest wir zu Dir steh´n!"




©miro

Montag, 25. April 2011

Getigert, ungerührt




James Bond,
Agent in dem,
was "schüttelt",
verblasst
mit seinem müden
Charme,
wenn Tiger Nicky
aufgerüttelt,
erwartet,
was füllt
ihm den Darm.
Mit starrem Blick
geht er zu Tische
und hofft, daß er
nun Beute macht.
Die Uhr bei ihm
geht nach der
Mahlzeit
und nur darauf
ist er bedacht.
Ganz ungerührt
durch liebe Worte
maunzt dieser
Tiger nur
nach Fressen,
denn dann
wird ihm
im Herzen
warm.

©miro

Sonntag, 24. April 2011

Osterblau in Berlin




Die Sonne kam zum Osterfest.
Und ach, wie lacht des Himmels blau!
Und überall Motorradsegen
und sonstig österlich´ Radau.
Auf Straßen glänzen Autoschlangen;
in Wald und Flur manch´ Fahrradtross.
Der Osterhas´ wird eingefangen
und selbst der Sonne wird es flau.

Verstohlen schleich´ ich mich um Ecken,
umgeh´ die Meute sehr galant.
Mich soll kein Kinderplärren schrecken
und niemand rauben den Verstand.
Gezielt geh´ich verstohl´ne Pfade
und grinse über manchen Graus.
Doch dann ertappt mich die Idylle
vor einem kleinen, schmucken Haus!

©miro

Freitag, 22. April 2011

Eingebettet


Eingebettet

Ein frischer Traum
in rosafarb´ner Blüte
an Zweigen neu und alt
und aus Erinnerung;
mischt sich mit Duft
und Grün in eine Zeit,
die mich so wurzellos
berührte.

Ein Einklang
haucht ein wenig Kühle
in die Hitze die oft so
ungestüm im Staub
der Eile Atem raubt.
Der Nebel aus der
grauen Angst
weicht einer Klarheit
des Moments.

Wir leben oft auf Wegen
deren Wurzeln
selbst die Götter nicht
erahnen.
Mitunter eingebettet in ein
Traumesblau aus
dem Moment.

Wir taumeln wie ein
Schmetterling in
manches Glück,
das nun den Winter
fallen läßt.

©miro

Sonntag, 3. April 2011

Aus der Stadtsonne

Die Sonne lockt
den leeren Lärm
der Stadt hervor
aus jedem Loch.

Ein Dunst aus
Menschen
wabert träg
durch Sonntagsunrast
unentwegt.

Der Wintergrund
ist aufgetaut
und lechzt nach
frischem Hoffnungsgrün
aus tiefem Dunkeltraum.

Konfettihaft sind ausgestreut
die Blüten aus der Zwiebelsaat
und zwischen dem Motorenstrom
grinst scheel ein Violett und Gelb.

In Teichen tummeln Kröten sich,
mal mit, mal ohne Sozius.
Und Karpfenmäuler schnappen
Brot und wälzen Schuppen
in das Licht und silbergrauen
Schlamm.

Zu grell brennt dieser Sonnentag
auf einer müden Seelenhaut.
Zu viele Mäuler, zu viel Lärm.
Ein Zwinkern sucht den Schatten auf
und schützt sich vor dem Sonnenbrand
und lächelt sich in milden Schlaf.

©miro

Montag, 28. März 2011

Kopfüber in die Nacht

Kopfüber springt
der Arbeitstag,
nachdem er kaum
sich abgekühlt,
ins dunkle Meer
der Nacht.

Ein Traumesleuchten
lodert hell
und eine bunte
Geisterschar
spielt nun zum
Tanze auf.

Sie lacht in die
Gedankenflut
und fängt gar
manches Echo ein
in einer Schlinge
Silberschein.

So trunken ist
der müde Kopf
und muß jetzt
auch noch Spielball
sein,
vom Irrlicht
ausgelacht.

©miro

Montag, 21. Februar 2011

Nichtspiegelnd

Fester Grauglanz.
Fern wirkt die Sonne.
Feuer verblasst.

Wolkig wirkt die Fläche.
Wächsern spiegelt der See.
Knistern auf Wegen.

Blau liegt die Weite.
Blassblauer Himmel.
Brennende Wangen.

Wogende Gedanken.
Flirrende Gegenwart.
Fröstelnde Ferne.

Knisternder Frost.
Wohlige Wärme.
Wachsame Träume.

Frischer Morgen.
Freudiges Fließen.
Feuer erwacht.

©miro

Freitag, 18. Februar 2011

Taubenmahl



Es war ein grauer Tag als ich den Innenhof betrat. - Kalt war es. - Ich störte ihn wohl bei der Mahlzeit. - Er wartete zwar,
bis ich meine Kamera aus dem Rucksack
gekramt hatte; doch nur ein Bild war erlaubt.
- Menschen haben keine Manieren!
- Ich wurde mit einem zornig wilden Blick bedacht. Gerade hatte er die Taube geschlagen, und nun das!
- Er mochte nicht fotografiert werden.
Mit seiner Beute erhob er sich in die Luft und flog zu einem Baum auf dem Nachbargrundstück.
- Menschen!

©miro




Sonntag, 13. Februar 2011

Eine schöne Frau

Seine Seele hatte sich totgebrannt.
Nur der Körper erinnerte ihn an das Leben.
- Und so saß er in dieser Bahn,
die ein wenig Wärme spendete.
- Ganz geduckt, fast in sich hineingekrochen,
saß er auf einem Seitensitz dicht neben der Tür.
- Er wußte um den Ekel und das Befremden,
welches er auslöste durch seinen Geruch,
das Entwurzelte das ihn umgab und seine Natur
geworden war.
- Das Wegschauen der Menschen war ihm
vertraut, und er wollte auch nicht gesehen
werden. - Es gab auch nichts mehr zu sehen
für ihn. - Er war wie ein Tier, das sich in der
Menschenwüste vom Tod überraschen lassen
will.
Er zitterte. - Sein Körper revoltierte und drängte
die Nahrung hoch. - Dagegen wehrte er sich,
hielt einen Papierfetzen vor den Mund.
- Doch die Blöße des Erbrochenen konnte
er nicht bedecken; sie war zu groß;
fiel einfach aus ihm heraus.
In scharrenden Bewegungen versuchte
er die Essenreste wegzukratzen.
- Und dann sah er diese Hand; eine Hand,
die Papiertaschentücher anbot.
- Eine schöne Hand, eine Frauenhand.
Ein fassungsloser Blick hob sich und sah
eine wunderschöne Frau, die ihm zunickte.
- Automatisch griffen seine Hände nach den
Papiertüchern.
- So selbstverständlich, so ganz ohne Bedingung
gab sie ihm mehr, als nur das Notwendigste...
"Danke! Ganz herzlichen Dank!"
stammelten seine Lippen.
- Eine wunderschöne Frau...

©miro

Samstag, 12. Februar 2011

Der Fuchs am Borsigtor

Aus den hell erleuchteten Markthallen drängte es mich nach draußen. Eine dunstige Dunkelheit schlug mir entgegen. Es dauerte eine Weile, bis sich die Augen an das Zwielicht gewöhnt hatten. Ich überquerte einen kleinen Platz zwischen den aufragenden Häusermauern. - "Noch eine Straße, und es ist gleich geschafft." - Doch dann fiel mir ein Schatten auf; ein Schatten, der sich anders bewegte... - Eine weiße Schwanzspitze leuchtete. - "Nein, ich bin kein Hund!" lachte es mir entgegen. - Ein Fuchs war wie aus dem Nichts aufgetaucht und schaute mich mit wissenden Augen an.- "Na, auch wieder in Tegel-Reinickendorf?" schien er zu fragen. - "Entschuldige, ich muß auf "Hund" machen. Du weißt ja, die Passanten!" - An einem Baum, dem man hier im Verbundpflaster einen Platz zugewiesen hatte, hob er rasch das Bein. - Auf der gegenüberliegenden Straßenseite führte ein "Herrchen" seinen Hund Gassi. - Wir blieben unbeachtet. - "Du bist schon richtig!" meinte der Fuchs. - "Laß es Dir gutgehen!" - Wie ein Schemen huschte er über die Straße hinter den steinernen Wächtern des Borsigtores vorbei tauchte er, nur von mir beobachtet, in die Dunkelheit. - "Uns gab es schon vor Borsig!" raunte es in meinem Kopf. "Willkommen in Tegel!"...


©miro

"Das Tor wurde 1898 nach Plänen der Architekten Reimer und Körte erbaut. Zwei Torwächter (Schmied und Eisengießer) bewachen die Durchfahrt.
An einem ehemaligen Verwaltungsgebäude neben der Toreinfahrt erinnert eine Gedenktafel an die Widerstandsgruppe Mannhart mit folgendem Text.
„Dem Gedenken an die Widerstandgruppe Mannhart bei Rheinmetall Borsig. 1941 bis 1943 kämpften Deutsche Männer unf Frauen in Wort, Schrift und Tat gegen die nationalsozialistische Zwangsherrschaft. Vier von Ihnen wurden am 25. September 1944 hingerichtet, andere verbüßten Zuchthausstrafen.“ (aus:www.berliner-stadtplan.com/)

Ich möchte mich Dir nicht zumuten.

Etwas monsterhaftes hat sich ins Leben geschlichen. - Es ist nicht zu verstehen. - Viele sind ja ohne Arbeit. - Wir können das Zimmer verlassen... Ist es denn Unrecht, wenn der Staat prüft, ob Leistungen zu Recht bezogen werden? - Ist es Unrecht, wenn Guthaben, welches den Unterhalt sichern kann, erst "abgeschmolzen", also verbraucht wird? - Wer braucht schon einen zweiten Frühling im Alter?... - Und es gibt ja Arbeit; man muß sie nur finden. - Und der Staat unterstützt ja... - Wir sind nicht allein. - Es gibt reelle Chancen. - Diese Eingliederungsvereinbarung ist doch richtig. - Und man kann sich ehrenamtlich engagieren. - Nein, ausgeschlossen ist man nicht. - Gut, Luxus wird entfernt und verwertet. - Und so soll es ja auch sein: Geben und Nehmen; Fördern und Fordern... Doch weshalb ziehen sich manche Bewerbungen wie Chitin über die Haut? - Warum gibt es diese seltsamen Träume?
Ein etwas klammert sich an ein Bild, an Musik... - Doch unausgesprochen greift ein Vorwurf mit scharfer Klaue nach Halt. - Facettenaugen sezieren die Ängste der Nacht... Suchen nach dem liebevollen Blick... - Fremde Entrüstung macht sich breit... Nein, ich möchte mich Dir nicht zumuten... - Ich denke zu oft an Kafka...

©miro

Sonntag, 6. Februar 2011

Machtparasiten

Dornengewohnt dienen
devote Diener
gottgewollter geiler
Grausamkeit.
Frenetische Frechheit
füllt Fanatismus.
Geadelte Gier geifert
Gift.
Macht mischt mahlenden
Missbrauch.
Streut seelenlose Saat
in lodernde Dürre
und trockenen Frost.
Tränenlos weint
die Erde um ihre Krone;
und gebiert dem Hunger
Spreu
und leere Frucht.

©miro

Mittwoch, 2. Februar 2011

"Weiß wie Schnee, rot wie Blut..."

Festgefroren lagen die Dampfer an den Landungsstegen.

Der sonnige Wintertag hatte viele Spaziergänger hervorgelockt,
die nun die Allee der Uferpromenade des Sees bevölkerten.

An der Uferböschung hatte sich, um eine Platane herum, eine größere Menschengruppe versammelt, und schaute gebannt auf ein
Schauspiel besonderer Art.

- Direkt unter diesem Baum lag ein Bündel aus Fleisch und Federn,
an welchem sich ein Habicht gütlich tat.

- Er hatte eine Taube geschlagen, und hockte nun festgekrallt
über der Beute, während sein Schnabel hungrig in die Masse aus
Fleisch und Federn fuhr.
Rundum bedeckten kleine, blutige Federn den Schnee
und erzeugten einen eigenartigen Kontrast
zu dem glitzernd starren Weiß.

- Der Habicht störte sich kaum an den Menschen um ihn herum.
Immer wieder stieß sein Schnabel in den erbeuteten Vogel.
Nur ab und zu hob er den Kopf und blickte aus wilden,
leuchtenden Augen in das Menschenrund
welches seiner Mahlzeit beiwohnte.

- Erst als ein Hund kläffend herandrängte,
erhob er sich mit schwerem Flügelschlag
und war bald nur noch ein Schatten
über der zugefrorenen Fläche des Sees.

- Und wie eine verlassene Feuerstelle blieben
die Überreste der Taube im Schnee zurück.

©miro

Sonntag, 30. Januar 2011

Der Baum der Wahrheit

Unergründliche Wurzeln
wachsend und wachsend
im Lebensstrom.

Stamm aus Liebe
Ring um Ring
unter der Rinde der Zeit.

Hoffnungsblätter
grünend und grünend
im Lebenswind.

Blüten aus Träumen
quellend und quellend
im Tau des Schlafes.

Früchte des Seins
reifend und reifend
im Lebensrund.

Der Verstand
tastet und tastet,
und nur das Herz
schmeckt
die Wahrheit.

©miro

Donnerstag, 13. Januar 2011

Regenwäsche

Der Regen trommelt
auf die Stadt.
Er schwemmt
hinweg
die graue Last,
die der Silvester
dort erbrach.

Ich sitze unter
meinem Dach
und laß die
Winterstarre
los,
die aus der Enge
sich geformt.

Mag sein,
daß noch kein
Frühjahr kommt.
Mag sein,
daß noch
ein Nebelstreif
sich vor die
Sonne legt.

Doch heute
habe ich
geträumt,
von einem
Glück,
das trägt.

©miro

Sonntag, 2. Januar 2011

Niemandszeit

Im Winternebel
frißt der Wolf
ein Licht,
das neues Leben
sucht.

Die Geister
streichen
übers Land.
Und dumpf
versinkt
des Lebens
Spur
in einer
Niemandszeit.

In Traum
gebettet
ruht
die Welt.

Und kahle,
schwarze
Äste nur
greifen
nach
Sternen,
ungezählt.

So kalt
der Lebenshauch,
der nicht
das Grün
erahnt.

©miro

Donnerstag, 16. Dezember 2010

"Weihnachtskugel"

Besinnlichkeit ist
angesagt.
In Massen strömen
Menschen,
wie Zombies
durch die
Weihnachtszeit.
Und leise tickt
die Weltenuhr.
Seit langem schon
füllt sie der Glanz
der Menschheit
Unnatur.
Der Baum des Lebens
schmückt sich schon
mit Kugeln, schillernd
bunt und schön.
Und leise tickt
die Weltenuhr.
Und aus dem All
erstrahlt voll Glanz
der Menschenmüll
um den Planet,
dem er die "Aureole"
schenkt,
und dabei sicherlich -
auch an die
Weihnacht denkt.
Als Christbaumkugel,
gar nicht nackt,
hat längst die Erde
sich verpackt,
und träumt nun
einen neuen Traum
vom immergrünen
Lebensbaum.

©miro

Montag, 6. Dezember 2010

Wintertränen

Ein Regendunst
läßt Tränen blüh´n.
In Silber schmilzt
Erinnerung
und legt sich auf
die Sternenschar.
In Schmutz getreten
sinkt das Weiß
in einer Eile
dunklen Grund.
Vorbei der schöne
Flockentanz.
- Ein Kinderauge
in der Nacht,
das durch die Zwänge
nicht getrübt,
vergisst die grelle
Weihnachtszeit.
- Und träumt von
Sternen ohne Leid.

©miro

Freitag, 3. Dezember 2010

Die Winterdrude in der Stadt

Die Nacht sie liegt so eisig grau
auf Straßen und auf Plätzen.
Gespenstig speit die große Stadt
nun ihre Winterdrude aus.
Die legt sich dürr und
schwer zugleich,
in fahlem Hauch
auf manch´ Gemüt
und läßt die Ängste schwitzen.
Die Drude kichert
schauderhaft;
sie streicht
durch alle Ritzen und
spinnt aus Eis
und Ruß und Grau
manch´ ekliges Geflecht.
Sie legt es über
jedes Weiß;
damit das Graue überwiegt,
denn so ist es ihr recht.
Sie saugt mit ihrem
schwarzen Schlund,
voll Salz und Bitterkeit,
an jedem Stück Natur.
Die Winterdrude aus der Stadt
schickt einen ölig bösen Gruß;
verhext noch in der Nacht
den Tag,
der grau nun eisig folgen muß.


"
Druden (auch Trut, Nachtmahr oder Walriderske)
sind in altdeutscher Vorstellung eigentlich
Jungfrauen und Priesterinnen,
nach deutschem Sagentum insbesondere
auch auf spezielle Art besessene Frauen,

deren Geist eine Drude, einen hexenhaften
Nachtgeist
abspalten kann.
In der Fabellehre wurden aus ihnen
übermenschliche weibliche Wesen,
die auf den Menschen heilsam oder
verderblich einwirken können.
Dieses Einwirken scheint sich oft darin zu äußern,
dass sich die in Form eines alten hässlichen dürren,
aber sehr schweren Weibes abgespaltenen
Druden des Nachts zu Menschen begeben
und Albdrücken auslösen.

Man scheint darüber uneins zu sein,
ob solche Heimsuchungen einer Drude
ein gewolltes
und wissentliches Unternehmen sind.
Manchmal soll sich eine Drude
auch daran zu erkennen geben,
dass sie die erste Person ist,
die am kommenden Tag um Salz bittet.
"

Die "Definition" habe ich aus unterschiedlichen Quellen
mit einem Augenzwinkern
"zusammenrecherchiert",
um der "Winterdrude"
ein "Gesicht" zu geben.

©miro

Donnerstag, 2. Dezember 2010

In weißer Nacht schweigt nun die Stadt

In weißer Nacht schweigt nun die Stadt.
Wie Narben liegen Spuren nur
in dem zerpflügten Schnee.
Es ist, als ob ein Räderwerk nun
Einkehr hält.

Und leise, flockenleise, gibt Ruhe
uns die Weltenuhr.
Advent, mahnt nun die Winterwelt.
Auf Einkehr drängt uns die Natur,
und zeigt den Neubeginn im Schnee.

In weißer Nacht liegt nun die Stadt.
Ein Traum in Neon und Kristall.
Und leise, knisternd leise, malt Frost
ein Bild in Sternenhauch
auf Glas und Stein und auf Asphalt.

In weißer Nacht träumt nun die Stadt.
Verebbt, der Laut von Räderwerk.
Und leise, flockenleise, deckt Nacht
das knirschend´Mahlen
der Tageswirren zu.

©miro

Montag, 29. November 2010

Flaschengeist

Wand aus Kälte.
Zu durchsichtig
für einen Kerker.
- Schnell weggeschaute,
geleerte Peinlichkeit.
- Und ist ja auch
öffentlich;
ganz normal
also. -
Leergetrunken
und abgelegt,
immerhin.
- Für findige Bürger.
Mußte ja sein.
- Ohnmachtswände,
für die Durststrecke.
- Eine Fata Morgana
in einer Wüste?
- Kreislauf des Lebens?
Pfandgeld für die Armut.
Flaschengeist!

©miro

Anmerkung: Der Gedanke ist bei mir nicht neu.
(Kurzgeschichte: "Die Flaschensammler")
Nun ist aus aktuellem Anlass dieses Gedicht entstanden.
-
Film von Christel Sperlich,
Erstausstrahlung 27.11.2010/rbb - Zitat:
"
Heute sammelt sie Flaschen aus Müllbehältern,
um ihren Enkelkindern ein Eis kaufen zu können."


Freitag, 26. November 2010

Novemberkrähe

Auf einem eisig kalten Baum
saß starr
ein Kräherich.
Der Wind blies rauh
und trieb den Schnee
ihm g´rade ins Gesicht.
Er hob den Schnabel in die Luft
und krächzte mißvergnügt.
Dann flog er auf,
ganz grau und schwarz
ins graue Himmelzelt;
und ließ was fallen
erdenwärts,
das nun ihn
nicht mehr
quält.

©miro

Sonntag, 21. November 2010

Vollmondland

Geträumt in einem
milden Schein,
der durchdringt
bis ins Erdenriff,
im Perlenglanz
der Irisnacht,
liegt fernab jeder
Dunkelheit
ein Alabasterland.

Pastellgeflügelt
leben dort
die Wesen
aus dem
Nebelland,
das nur bei
vollem Mond
erwacht.

Sie fließen
milchig durch
das Licht,
und spüren
keine Festigkeit,
und strahlen
einen Glanz
so hell,
doch nur für
eine Nacht.

Den Menschen
ziehen sie in
Bann
mit einer
Regenbogenhaut,
gewebt aus
einem Seidenschaum.

Und einer Sehnsucht
Farbenspiel läßt
ihn in einem Traum
zurück,
der in Perlmutt
gehüllt.

©miro

Samstag, 20. November 2010

Novembermandarinen

Ein Leuchten dringt
in jeden Sinn.
So warm perlt Duft
in dieser Frucht
und weckt
die Sonne auf.

In Sommerfarbe
eingehüllt,
sie sprudelnd
fast den Raum erfüllt
und eigen einen Durst
und einen Hunger stillt.

November atmet
um das Haus
geht grau in grau
und nebelhaft
und auch in Regenfahnen
um.

Orangenglut vertreibt
den Geist,
und Zauber öffnet
eine Welt,
die selbst die Hände
kosten läßt.

In halben Mondenschnitzen
gelb,
quillt Freude
aus dem Schalennest
und füllt den Mund
mit Seligkeit
im Mandarinenbiss.

©miro

Samstag, 13. November 2010

Regenwolkenwiese

Regen rauft mit steter Hand
das Herbstlaub vom Geäst.
Und eine graue Glocke liegt
ganz dumpf auf einer
grauen Stadt.
Das Neonlicht streift ölig
fast über die Spur von
keiner Rast.
Ein Rauschen drängt
sich in das Hirn
und sehnt sich nach der
bunten Pracht,
an der der Herbst nun
wieder spart.
Ein schmutzig warmes
Virus gärt
und bläht den Tag
bis daß er platzt. -
Und aus dem Nichts
erscheint ein Boot
und legt so silbergrau;
an einer müden Seele an.
Es schaukelt leise, trägt
das Sein in eine Frische,
die es sucht;
und tausendfach
in Tropfenglanz
strahlt eine Wolkenwiese
auf, die quer sich durch den
Regen streckt.
Und traumverspielt,
tanzt blanker Fuß
den Regenwolkenwiesenblues.

©miro

Donnerstag, 11. November 2010

Verspielt

Der starre Raum
aus Machbarkeit,
Funktion und
Sinn und Zweck,
verkühlt das Leben
oft recht herb;
und überzieht
mit Gänsehaut
die Seele,
die die Freude
schätzt
aus reinem
Lustgefühl.

"Verspielt" so wird
es abgetan,
was wohl aus
"Kinderleichtigkeit"
uns einen
"Schnörkeltanz"
beschert,
der einen "Hüpfer"
uns erlaubt
aus einer viel
zu ernsten Welt.

©miro

Montag, 8. November 2010

Schwarze und weiße Tasten

Ein Fingerkuppenregen
streicht über Schwarz und Weiß;
und wie ein Vorhang
fällt Musik.
Weiß und Schwarz.
Tag und Nacht.
Und Traum. -
Ein Spiel. -
Melodienzauber. -
Im Herz des Raumes. -
Und geschlossene Augen
malen Farben in zeitlose Zeit.
Schwarze und Weiße Tasten.
Und Deine Lebensmelodie,
wie ein Regenreigen aus
unendlich vielen Tropfen
ins Meer gestreut.

©miro

Samstag, 6. November 2010

Kleine Blicke

Es ist nicht nur
die große Sicht,
die uns die Liebe
lehrt.
Ein kleiner Blick:
"Schau, ich bin da!"
erfüllt das Herz
mit einem Glück,
das aus dem
Alltag, zauberhaft,
ein Wunder
sprießen läßt.
Ein kleiner Blick,
ein kleines Wort,
wiegt groß in
einer kleinen Welt,
die eine Kinderseele
birgt.
Ein kleines Herz
hält schützend
nun die Liebe
über seinem
Schatz,
damit kein
ach, so großer Blick
aus dem
Verstandesaugenpaar
das Glück
der kleinen Seele
raubt.

©miro

Freitag, 5. November 2010

Möwenschreie

Weiße Schnitte durch die Luft.
Ein Kreis aus weiter Sichel
zieht.
Ein Schnabelhieb
verhallt im Wind;
entflieht der Zeit,
die schon gerinnt.
In Scharen fliegen Schreie auf
und tummeln sich zuhauf;
grellglänzend in der Sinne
Blau;
goldleuchtend in der Sonne Tanz.
Und auf den Äckern grau;
und über salzbeschäumter Flut;
und auch im Sturm gellt laut
der Ruf
und flattert greifend auf.
Und nur die Höhe dämmt
den Schrei
und wandelt ihn zu
Melodien;
die an dem ungenannten Ort
voll Liebe
ihre Kreise zieh´n.


©miro

Dienstag, 2. November 2010

Gedankenflut

Die Nacht
tanzt uferlos umher.
Auf Saiten einer fremden
Macht klingt Traurigkeit
in mir.
Und ohne Ende scheint
ein Meer, und lockt in
einem fernen Klang
so süß und doch so schwer.
Gedanken finden
keinen Grund und fließen
wie ein Wogenschaum,
und schlagen an Gezeitenstrand
und wischen alles leer.

©miro

Sternenfeuer

Ein Eiswind brannte
in der Nacht.
Ein Aschenhauch
bringt Reif hervor.
Und ungestillt
die Träume sind.
So nebelwandig
scheint die Welt;
so dunkel,
daß das Glück
entweicht;
und klamm
und schwarz
erlischt die Zeit.
Nur Fieber
brennt noch
auf der Stirn;
und fremd
schmeckt
es in meinem
Mund.
Ein Sternenfeuer
wünsch´ ich mir,
das wegbrennt
diese Übelkeit
und zaubert
eine and´re Zeit.

©miro

Montag, 1. November 2010

Wie der Mond

Das Auge schließt
sich wie der Mond,
und träumt
vom Sonnenglanz.

Und schemenhaft
ein Lächeln scheint,
und stirbt nun
einen falschen Tod.

In einer Anderswelt
erwacht ein Traum,
der so noch nicht
erahnt.

Und Winter taucht
in Mondesnacht
und hütet
neues Grün.

Und irgendwann
ein Frühlingsmond
läßt neue, frische
Wege zieh´n.

©miro

Samstag, 30. Oktober 2010

Bestimmt


Auch diesmal zeigt
die Sonnenuhr
bestimmt sehr
viele Stunden an.

Sie liegt nicht so
auf freiem Feld.
Ein Sonnenauge
soll sie sein.

Voll Sonne lacht
der Blick bestimmt,
der Freude sich
zum Maßstab nimmt.

Das Glück ist nur
ein schlechter Gast,
wenn es als Maß
nur Wünsche fasst.

Bestimmt liegt
Sonne in der Zeit,
die wir umarmen
als Moment,
der nur aus
voller Liebe brennt.


©miro

Freitag, 29. Oktober 2010

Zwergendämmerung


Herbstlich purzeln
kleine Zwerge
über Treppen
in die Zeit.
Woll´n ihr Alter
wohl verbergen,
gut bemützt
und sehr gescheit.

Herbstlich glänzen
ihre Bärte,
grau, wie halt
das Alter ist.
Doch in jugendlichem
Toben
dies ein jeder Zwerg
vergisst.

Herbstlich flattern
bunte Blätter
um die kleine
Zwergenschar,
und ganz sicher
denkt ein jeder,
wie bequem es
damals war.

Herbstlich fallen
manche Wünsche,
die zu groß
man sich gedacht.
Und mit einem
Zwergenschmunzeln
sinken sie
in Traumesnacht.

©miro

Montag, 25. Oktober 2010

Weiten

Entfernungen
kurz und weit.
Es ist nicht der Abstand
im Räumlichen.
Es ist der Abstand
von Herz zu Herz.
Weiten möchte
ich entdecken,
die nahe bringen.
Nähe, die das Herz
weit macht.
Entfernungen
gibt es genug.
Ich möchte
Nähe spüren,
die keine Grenze
kennt.
Weiten möchte
ich mein Herz
für die Nähe
und die
Entfernung
vergessen.

©miro

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Findungen

Eine Überstimme
verteilt Vorlagen.
In sortierten Farben
tropft Leben
auf das Papier.
Und in Vollmondgedanken
fließen Geschichten.
"Das bin ich!"
schreiben wir
darunter.
Doch Träume
zerfetzen die Bilder
und schreien
"Nein!"
Und ein Löwe
verläßt die Manege
und springt
in die Freiheit.
- Einfach so,
durch den Mond
in die Liebe.

©miro

Montag, 18. Oktober 2010

Eine Art Fernweh


Ein Blick sucht eine Ferne auf
und bleibt zuletzt doch hier.
Es flattern tausend Bilder bunt
und wünschen Dich zu mir.
Mein Herz spürt Deine Nähe wohl,
doch Leere spürt die Hand.
Ein Wind spielt keck
mit meinem Haar
als wär´s ein Kuss von Dir.
Und Deine Stimme
klingt in mir
so nah und doch so fern.
Ich möchte teilen gar
so viel,
was mich bewegt und trägt;
und spüre laut, so laut
mein Herz,
das voller Sehnsucht
schlägt.

©miro

Sonntag, 17. Oktober 2010

Wir wissen es

Du weißt -
und trotzdem
frage ich:
"Weißt Du?"
Wir wissen,
und können
kaum glauben.
Ganz zögernd
setzen wir
eine Schere an,
schneiden
den Seelenpanzer
auf, schauen kaum hin;
atemlos und gebannt.
- Fast schmerzt es,
als der Verband fällt.
Eine prickelnde Taubheit!
- Eine Tränenflut
wäscht die Haut rein.
Das Leben ist verheilt,
wirklich verheilt!
Kaum zu glauben!
Und eine Freude
füllt Zeit und Raum!

©miro

Samstag, 16. Oktober 2010

Ein Lachen

Ein Lachen,
wie ein Nebelstreif,
tanzt leise
durch die Seele mir.

Ich träum´ vom Glück
geteilt mit Dir,
mit einem Lachen,
das nicht quält.

Ein Lachen
wie ein buntes Blatt,
möcht´ Dich umarmen
und die Welt.

©miro

Ein Lidschlag

Ein Lidschlag
wirft eine Träne
in den Herbst.

Ein buntes Blatt
fängt sie auf,
wirbelnd im Wind.

Ein Lidschlag
zieht einen
Regenbogen
über das Herz.

Bunte Blätter
tanzen im Regen
und ich wiege mich
zu einer Sehnsuchtsmelodie.

©miro

Freitag, 15. Oktober 2010

Einladung

Eine Begrüßung erst.
Dann ein Lächeln.
Worte und Bilder.
Du nimmst mich bei
der Hand und zeigst
mir Deine Welt.
Und wie ein Teppich
breitet sich Freude aus.
Auch ich zeige Dir
meine Welt.
Der Händedruck
wird fester.
Wir haben uns
eingeladen!
Eingeladen
in eine gemeinsame
Welt.
Und ein Erkennen
schenkt Flügel.
Flieg´ mit mir!
Du bist
eingeladen!

©miro

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Akkorde

Gespräch fließt wie Musik.
Was war; was ist, was wird sein.
Und auf Vertrautem wächst
eine Blume.
Geschlossen noch,
in der Hoffnung
auf Wunder
Und jedes Lachen
ist wie ein
Sonnenstrahl.
Und die Knospe
rundet sich.
Akkorde wie Musik;
und längst geht
es um mehr
als um Worte.
Ein Tanz malt
eine Blume
in die Luft.
Sie wiegt sich
zur Melodie.
Eine Blume
voller Hoffnung.
So weich
schlägt das Herz.
Akkorde, wie ein Pulsschlag
des Lebens,
freuen sich auf
die Blume
die blüht.

©miro

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Und vielleicht doch

Es gehört Herzenswärme dazu.
Der Weltwinter droht mit Frost.
Doch mein Herz gehört mir.
Und anders schlägt es jetzt.
Es schmerzt nicht mehr.
Eine Melodie singt mit mir.
Hörst Du sie?
Sie braucht keinen Raum,
keine Zeit.
Sie fragt nicht,
und klingt.
Hörst Du sie?
Und vielleicht doch,
gibt es diese Liebe,
größer als wir selbst
und deshalb
unzerstörbar.
Sie kommt nicht
aus dieser Welt.
- Du kannst
sie hören;
ich weiß es!

©miro

Dienstag, 12. Oktober 2010

Die Harfe

Der kleine Junge hatte wieder einmal
geweint. - So ganz für sich, und leise,
wie er das nur selten tat.
Er kauerte auf dem Boden im Wohnzimmer.
Die Eltern waren nicht da; doch das war gut so.
Er war mit seinen Träumen allein.
Immer war er mit seinen Träumen allein.
- Auch, wenn er sie erzählte, denn er glaubte
nicht, daß man ihm wirklich zuhörte.
Er schaute auf die Eichenkommode.
Dicke runde Knäufe waren an den Schubladen,
und an der kleinen Tür war ein Messingschloss,
das wie ein kleiner Drache aussah.
- Er ging in die Küche und holte Gummibänder.
- "Ob das wohl klappt?"
- Zurück im Wohnzimmer spannte er die Gummis
über die Knäufe. - Auch zu dem Schlüssel, der in
dem kleinen Drachen steckte.
Dann nahm er ein Kissen vom Sofa
und kuschelte sich vor die Kommode.
- Und dann machte er Musik.
Es ging wirklich!
- Nur für sich machte er die,
und zupfte an den Saiten.
Die Kommode schien größer und größer
zu werden; und der Nagelkopf
im Auge des kleinen Drachen blitzte!
- So war es schön!
- Die Musik verstand ihn!
Seine heimliche Harfe war das!
Sie konnte mit ihm weinen!
Nach seinem Spiel löste er die Gummibänder
und brachte sie in die Küche zurück.
- "So!" - Auch das Kissen kam an seinen Platz
auf dem Sofa.
- Und dann verkroch er sich in sein Bett.
Und in seinem Kopf vibrierte der Klang
der Harfe, seiner Harfe!
- Und der kleine Drache nickte ihm freundlich zu.

©miro

Montag, 11. Oktober 2010

Lebensbiss

So schmerzlich süß
weckt mich ein Kuss
und fordert mich
zur Suche auf.

Ich lecke meine
Wunden rein,
spür´einer
Freude Bitterkeit.

So machtvoll
brach ein
Feuer auf
in einem Ozean.

Noch hat das Wasser
nicht ertränkt
die Feuerbrunst
tief auf dem Grund.

Und eine Träne
schüttelt sich,
und fällt
auf roten
Mund.

Vielleicht sprießt
ja im freien Feld
die Blume,
die ich nie geglaubt.

Was duftet nur
in diesem Biss,
das nun
den Schlaf
mir raubt?

©miro

Sonntag, 10. Oktober 2010

Eine neue Tür

Nach vorne gesehen;
mich nicht umgeschaut.
- Und plötzlich
aus der Vergangenheit
eine Tür -
die geradewegs
- in eine
Zukunft führt,
die ich mir so
- nie vorgestellt
hätte!
- Und wie ein
Perlenteppich
liegt Lachen
auf bunten Blättern!

©miro

Samstag, 9. Oktober 2010

Wolkenkleid

Manchmal zieht der Himmel
ein Kleid an.
Doch es fällt uns nicht auf,
weil wir anderes denken.
- Wir denken dann oft:
"Es könnte regnen." oder
"Schon wieder alles grau!"
oder auch garnichts dazu;
wenn genug Blau da ist.
- Und dabei ist es doch der
Himmel.
Er hat ein Kleid angezogen;
ein Wolkenkleid!
Schau nur: Es bewegt sich!
- Und auch, wenn alles grau erscheint
verändert sich immer etwas ein wenig.
- Und wenn Du dem Himmel
zuzwinkerst, und ein wenig träumst;
dann ist das bestimmt
etwas, das Dich fröhlicher
macht.
- Und wenn es dann wirklich
regnet oder gar hagelt und
schneit;
dann tanze einfach mit!

©miro

Das Leben ist ein Ganzes

Eigentlich unteilbar
- und doch...
Grenzen errichtet.
Mauern aufgebaut.
Ein Labyrinth
geschaffen.
Uns verirrt
vor lauter
Orientierung.
- Und nun...
Der Sonnenaufgang
liegt am
anderen Ende
der Wissensnacht.
Der fehlende Moment
ist das Ungeheuer;
und der rote Faden
zum Leben
ist Liebe.

©miro

Freitag, 8. Oktober 2010

Durst

Ich habe sie vermisst,
- diese Umarmungen,
die aus einer
ungeahnten Tiefe
kommen.

Ich habe sie vermisst,
- diese Umarmungen;
und mich doch daraus
gelöst, in
der Angst zu
ertrinken.

Ich habe sie vermisst,
- diese Umarmungen,
im Salzwasser
des Lebens,
das nur den
Durst
größer macht.

Ich habe sie vermisst,
- diese Umarmungen;
und doch vermieden,
aus Angst, verschlungen
zu werden,
wenn ich sie dann
verliere.

Ich habe sie vermisst,
- diese Umarmungen.
Doch nun will
ich sie leben;
und wenn es nur
für den Moment
ist.

- Und wir werden
keinen Durst
mehr spüren,
wenn wir
der Liebe
glauben.

©miro

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Schattenhaft

Ein Schmetterling
besuchte mich.
Wehte herein
fast wie ein Blatt.
Ein Schatten
aus der Sommerzeit.
Nur kurz schlug
er die Seite auf,
die voller Farbenpracht.
In eines Schlafes
Dunkelheit
scheint nun sein Licht
gehüllt.
Er träumt nun
eine lange Nacht,
solange sich
die Kälte regt.
Und mancher Traum
wohl nicht
erwacht.

©miro

Freitag, 1. Oktober 2010

Ein Wolkenschiff

Augen verlieren sich
im Irgendwo
eines wunschblauen
Himmels.
Ein Wolkenschiff
legt an;
und ein
grenzenloser Blick
geht als
blinder Passagier
auf die Reise.

©miro

Donnerstag, 23. September 2010

Eine Art Magie

Wenn die Bilder gelebt,
und die Worte gesprochen sind;
die Musik verklingt;
und der Körper nur noch atmet
und auf die Stille wartet,
die von innen kommt;
dann, und nur dann,
begegnen sich
"Ich" und "Du"
in der Wirklichkeit
wahrer Magie.

©miro

Dienstag, 21. September 2010

Wie buntes Laub

Nach einem Grau, das trüber ist,
als Wetter es verbreiten kann,
kam Sonne doch hervor.
Ein dumpfer Nebel löste sich
in einem Lächeln auf.
Die klamme Angst
wich Wärme nun,
und ein Behagen
strömte ein;
und weitete den
Lebensraum.
Ein Wind vertrieb
die Müdigkeit
und spielte mit
der Freude keck.
Herbstaugen
schenkte nun
die Stadt;
Das Treiben wird
zum Wirbeltanz.
- Wie buntes Laub
die Menschenschar
nun den Moment
erweckt.

©miro

Freitag, 17. September 2010

Glattgrün

Ein Hauch von Nostalgie
streift wächsern
über Blätter.
Exotisch, und doch
so vertraut,
weht wohl
ein Zauber auf.
Er lockt zurück
in Kindheitstage;
und hat so einen Duft,
der heile Welt
beschwört.
Ein Nestglanz
ist nun eingezogen,
nachdem ein
bourgeoises Lächeln,
glattgrün,
der Pflanze
einen Platz
anbot.

©miro

Montag, 13. September 2010

Zeitverbleib

Oft scheint der Tag gefüllt
mit meinem ganzen Sein,
und rundet sich,
bis daß er fällt in
tiefen Schlaf.
Doch manchmal
scheint ein Wurm
den Tag zu höhlen
voller Gier,
und Leere frißt
sich überall
ein Nichts
in meine Zeit.
So dumpf und
ohne Freude
schleicht
dann alles hin,
und läßt ein
Unratdenken
mir zurück.
Auch nagt
die ungeliebte
Pflicht
an meinem Leben,
daß ein Stück
zu fehlen
scheint.
Und Langeweile
setzt mit
Fäulnis an,
weil Frische
fehlt.
Und manchmal
drückt auch
irgendeine Last,
die ich nicht
wenden
kann.
Wie wird
der Apfel
nur zum
Paradies
im rechten
Zeitverbleib?

©miro

Mittwoch, 8. September 2010

Neuköllner Sozialparkett

Am Boden ist es ausgelegt.
Es glänzt in vielen Farben.
Sein "Bunt" lacht Dich vom
Boden an.
Du wirst zum Kind.
Die Augen leuchten. -
Doch dann...
Es mischt sich Wissen
in das Bild,
gespeist aus vielen
Quellen...
Da tauchen plötzlich Riegel auf
und Türen, die zuerst
verborgen,
erschaffen neuen
Lebenslauf.
Sehr vieles ist
dort eingelegt,
aus Zeit und Raum,
und Kindheitstraum. -
Und plötzlichem
Erwachen...

©miro

Dieses "Neuköllner Sozialparkett"
ist ein Kunstwerk von Barbara caveng.
Es sieht auf den ersten Blick
wie ein richtiges Parkett aus;
doch farbenfroh und lustig.
Bei genauerer Betrachtung
fallen erst die Materialien
im Einzelnen auf.
Da gibt es Scharniere, Griffe, leisten
und Bildmotive die in einzelnen
Stücken zu einer Collage
gefügt sind...

Montag, 6. September 2010

Fragmentarien

Ein Scherbenstück mit Mosaik
ragt aus dem Sand greift
nach dem Licht
fast so,
als sei es eine Hand.

Ein Steinkoloss
aus fernem Land;
ein Heiligtum aus
alter Zeit,
glänzt auf
durch Künstlerhand.

Ein Hexenkraut
wächst nah
dem Fels,
der kunstvoll
in den Kreis
gestellt,
zu fördern
Frieden
in der Welt.

©miro

Freitag, 3. September 2010

Im Gebirge

Steil fällt der Blick hinab;
und Tiefe dehnt sich jäh;
wenn klar die Luft.
In Höhen trägt der Wind
nur einer Weite Last.
Über dem Wolkensaum
liegt ein Gebirge brach,
und sticht in helles Blau.
Darunter ballt sich dann
ein Meer wie weißer Schaum.
Gedanken fallen leis,
verfedern sich zu Schnee;
denn gar so groß
erscheint die Welt,
die hier das Sein umgibt.
Erst wenn die Spur
zum Pfad sich fügt,
dringt Erdenschwere
ein;
und kleine Träume
blühen auf;
der Schritt wird
fester
und vergnügt
stimmt
unser Herz
mit ein.

©miro


Mittwoch, 1. September 2010

Wohlbedacht

Noch wehen Wolken
schwarz und schwer
aus einem Dunst
Vergangenheit.
Sie drohen mit
gelernter Angst
und malen
grau ein
Zukunftsbild,
das Freude nur
als Lohn
erkennt
aus einem
fremd
bemess´nen Wert.
Doch Heimat
find´ ich mehr
und mehr
in eigener
Geborgenheit,
die nun
des Feilschens
endlich satt.
Hab´ mein
Zuhause
fest gefügt;
Moment
greift in
Moment.
Fühl´ wohl
mich
unter meinem
Dach;
egal was
draußen
rügt.

©miro

Freitag, 27. August 2010

Gute alte Wege

Wie wohlvertraut
die neue Fremde.
Mein Fuß spürt
Heimat
unter sich.
Geändert
hat sich
mancher Name;
geändert
hat sich
manches Bild.
- Und doch;
ich fühle
in der Seele,
daß überall,
oft auch
verborgen,
ein Quell
aus einer
Herzensbindung
mir eine
große
Sehnsucht
stillt.
Der Schritt
wird fester
im
Erkennen
und
eine Freude
stellt
sich ein;
und eine Träne
läßt mich
wissen,
daß
dieser Weg
wird
richtig
sein.

©miro

Donnerstag, 26. August 2010

Grauregen

Grauregen drückt den Herbst
ins Land;
die Sommersonne
schwindet schon.
Pastellgestreift wirkt
Farbenpracht
in Regendunst fest
eingehüllt.

Grauregen senkt in Müdigkeit
das Blitzen
frischer Lebenslust.
Gewittrig scheint so
mancher Traum,
und möchte in
den Sommer
flieh´n.

Grauregen rauscht in
stetem Fall,
und Nestgedanken
zaubern leis´
ein Bild auf
eine leere Wand.

©miro

Dienstag, 24. August 2010

Herbstwind

Noch liegt der Sommer
über´m Land.
Es grünt und blüht
auf Feld und Flur.
Und doch kehrt
eine Frische ein,
und färbt die
Wangen rot.
Der Sonnenlauf
ist kürzer schon,
und Abschied
prangt in Violett.
Ein Herbstwind
ging durch
meinen Sinn;
und leise
fiel ein buntes
Blatt
und läßt
mich
weiterzieh´n.

©miro

Sonntag, 22. August 2010

Seelenläufer

Wie ein Herzschlag
raunt meine Seele mir zu
in einem eig´nen Gespür.
Führt ´mal schwer
und ´mal leicht
durch das Dickicht
der Zeit,
immer dem Selbst
hinterher.

Wie ein Herzschlag
lenkt meine Seele den Schritt
hält nicht inne,
wie Körper und Geist.
Fasst stets Tritt
auch, wenn es
fremd mir erscheint,
sie ist meinen Weg
wohl gereist.

Wie ein Herzschlag
findet die Seele den Weg,
immer weiter
auf Traumes Spur;
lockt die Freude
herbei,
wenn mein Leben
verzagt;
hält mich fest,
wenn sonst
alles versagt.

©miro

Samstag, 21. August 2010

Der Geschmack des Sommers

Sonnenwind lacht auf der Haut.
Ein träger Schatten spannt sein Dach.
Das Grün schmeckt reifes Gelb.
Ein Himmelblau sucht Farbenspiel.
Und Stimmen plätschern in der Luft.
Es schwirrt auf dem Asphalt.
und bunte Küsse sucht der Mund
in Kugeln eisig süß.
Und aus den Augenwinkeln
blitzt ein Blick,
ganz von Genuß
verzückt.


©miro

Donnerstag, 19. August 2010

Eulenflug

In Nacht gehüllt
ein Schatten zieht;
ganz lautlos weht er
schon vorbei.
Ein Blick so flüchtig
wie ein Traum,
doch dunkelschwer
und tief; hascht
die Gedanken ein.
Ein Flügelschlag,
wie ein Phantom;
ein Fächerspiel
aus blauer Nacht,
mischt Karten Dir
verheißungsvoll.
Du tauchst in
blaue Sternenwelt.
Ein Ruf löst von
der Schwere Dich
und haucht Dir
eine Klarheit ein,
für die kein
Wort gemacht.
Du fängst den
Grund im
Federkleid.
Du hörst mit
einem Feenohr,
und atmest
Klänge ein.
Ein Zauber
speit die
Mühsal aus;
läßt als
Gewölle
sie zurück.
Du fliegst,
und fliegst,
und fliegst.

©miro

Dienstag, 17. August 2010

Entfalten

Wie ein Kokon
umhüllt die Zeit
noch manchen
bunten
Bildertraum.
Sie webt
ein reiches
Zukunftsnetz,
das neue Freiheit
ahnen läßt.
Ganz zögerlich
zieht Leichtigkeit
durch Müdigkeit
und tiefen
Schlaf
in neues Leben ein.
Der Geist spannt
seine Flügel
weit
und atmet tief in sie
hinein,
zu stärken sie
für waches Sein
in einer Freude
Sonnenstrahl.

©miro

Samstag, 14. August 2010

Balkengedanken

Aus gutem Holz,
gar fest verstrebt,
ragt ein Geäst,
fast wie ein Wald
empor.
In gold´nem Schnitt
ein Balkenwerk,
mit Kerbenzahlen
wohl verseh´n,
hält, fast wie
eine große Hand,
ein Dach zum
Schutz nun
über mich.
So voller Liebe
scheint das Holz,
das Handwerkskunst
voll Schaffensstolz
zu dem gefügt,
was mir nun Heim.
Und eine alte
Andacht lebt,
und schenkt
mir Ruhe
in dem Strom,
der nur nach
Hast und Eile
schreit.

©miro